Wie kann ich meinem Kind beim Sprechen lernen helfen?

Du bist gerade Mama oder Papa geworden und fragst dich, wie du deinem Kind die Sprache, das Sprechen, beibringen kannst?

Die Frage kann ich dir direkt mit zwei Worten beantworten:

GAR NICHT!

Denn Sprechen lernen ist ein natürlicher Prozess.

Von Geburt an ist jeder Mensch mit der Fähigkeit ausgestattet, Sprache zu lernen. Allerdings findet dieser Prozess nicht von alleine statt.
Sondern geschieht über die aktive Auseinandersetzung mit der eigenen Umwelt.

Du kannst jedoch dein Kind sprachlich begleiten.

Doch bevor wir darauf eingehen, wie du das im Alltag umsetzen kannst, machen wir einen kleinen Exkurs in die sprachliche Entwicklung deines Kindes.

Die nachfolgenden Altersangaben sind eine ungefähre Angabe und können je nach Kind variieren.

Denn jedes Kind ist individuell.

Und genau dieses ist meine Aufgabe, für die ich immer mehr gebe als erwartet wird – das war nämlich der Impuls aus Annas letzter Blognacht im Jahre 2021.

Sprachliche Entwicklung deines Kindes

3 Monate

Mit 3 Monaten sagt dein Kind „ma, bra, örr“ und reagiert auf Geräusche, zum Beispiel auf deine Stimme.

6 Monate

Mit 6 Monaten kann dein Kind lallen und macht Lippengeräusche. Über diese entsteht eine vorrangige Vokalsprache (a,e,i,o,u).

Dein Kind fängt gerade an sich nach einem Geräusch umzudrehen und hat eine Freude an eben solchen Geräuschspielen.

12 Monate

Mit 12 Monaten sagt dein Kind Doppelsilben und evtl. seine ersten Worte wie zum Beispiel „ada“.

Es sucht eine Schallquelle, die es nicht gesehen hat und erkennt eine kurze Melodie wieder.

Auch versteht es bestimmte Worte und reagiert auf seinen Namen.

18 Monate

Mit 18 Monaten sagt dein Kind nun einige verständliche Worte und versteht kurze Sätze ohne Gestik.

Auch erkennt es Alltagsgeräusche sicher wieder.

2 Jahre

Mit 2 Jahren kann dein Kind nach Aufforderung Körperteile zeigen und sagt erste kurze Mehrwort-Sätze, wie „Papa geht arbeiten!“

Auch fängt es an „mir“ und „dir“ zu benutzen.

Dein Kind versteht ein geflüstertes Wort oder einen Satz und versteht komplexe Befehle, wie z.B. „Gib … einen Keks!“

Es beginnt Melodien zu singen und Kinderlieder zu mögen.

3 Jahre

Mit 3 Jahren spricht dein Kind Sätze benutzt „ich“ und „du“, zum Beispiel

„ich habe alles aufgegessen“, „du gehst weg“.

Es fängt an von sich selbst als „ich“ zu sprechen.

Den ersten kurzen Geschichten hört dein Kind auch schon aufmerksam zu, versteht diese und stellt Fragen: „Wo? Was? Wer? Warum?”

Singen und Kinderverse nachzusprechen gefällt deinem Kind ebenfalls.

Falls du dir bei der sprachlichen Entwicklung deines Kindes Gedanken machst kannst du in diesem Alter eine Hörüberprüfung stattfinden lassen!

4 Jahre

Mit 4 Jahren erklärt dir dein Kind, was es spielt. In diesem Zusammenhang kannst du dein Kind nach Kategorien fragen, zum Beispiel: „Zeig mir doch mal alles, was fahren kann.“

Es wiederholt Kurzgeschichten und gebraucht Nebensätze.

Auch kannst du es nach Gegensätzen fragen. Diese kann es benennen.

5 Jahre

Mit 5 Jahren benennt dein Kind 3 Farben, spricht 4 Zahlen nach und kann 5-Wort – Sätze sprechen.

Dein Kind versteht: schief, rau, flüssig und kann dir anhand von Bildern / Fotos 3 genannte Berufe zeigen.

Aus einer Geschichte kann es auch Sinnwidriges heraushören.

6 Jahre

Mit 6 Jahren beherrscht dein Kind alle normgerechten Laute, so dass sein Wortschatz groß genug ist, um sich differenziert in mehreren Zeit- und Pluralformen auszudrücken.

Auch kann dein Kind abstrakte Begriffe kindgerecht sicher anwenden und beherrscht die Grammatik gut.

Es lässt dich ebenso an seinen Gedankengängen verbal teilnehmen und erzählt Geschichten, Bücher, Erlebnisse, Spielsituationen nach.

Dieses sind die Vorläuferfähigkeiten für den Lese-/Schreibprozess.

Was kannst du jetzt genau in eurem Alltag umsetzen?

Sprachliche Begleitung von Anfang an

Von Geburt kannst du dein Kind sprachlich begleiten.

Nach der Geburt kannst du dein Kind in deinen Armen, auf der Erde willkommen heißen.

Während des Essens, Stillen oder Flasche geben, beim Wickeln, Baden, den alltäglichen Dingen des Lebens kannst du mit deinem Kind sprechen und das, was gerade passiert in Worte fassen.

Am Anfang mag sich dieses vielleicht komisch für dich anfühlen, weil dir dein Kind sprachlich nicht antworten kann.

Doch, wenn du in die Augen deines Kindes schaust, wirst du merken, dass dir dein Kind aufmerksam zuhört.

Sprachliche Begleitung im Alltag

Beim Kochen, backen, putzen, Wäsche machen kannst du deinem Kind erzählen, was du da machst und ihm die Gegenstände / Dinge zeigen, anfassen lassen und benennen.

So lernt es die Worte den Gegenständen zu zuordnen.

Beim Kochen kannst du deinem Kind zum Beispiel einen eigenen Topf mit Schneebesen und Holzlöffel geben.

Bücher vorlesen

Mit dem Vorlesen kannst du direkt nach der Geburt anfangen.

Bücher, wo auf jeder Seite ein Bild und ein – maximal zwei Sätze stehen.

Je nach Alter deines Kindes kannst du die Anzahl der Sätze und Seiten dann zum Vorlesen, bis hin zu zum Vorlesen von Märchen, erhöhen oder dir die Bilder von deinem Kind beschreiben lassen.

Fingerspiele / Lieder / Gedichte

Kannst du dich noch an Kniereiterspiele aus deiner Kindheit erinnern?

Wer mochte diese nicht?

Dieses kannst du auch bei deinem Kind umsetzen.

Oder Fingerspiele, wenn dein Kind auf deinem Schoß sitzt oder gerade gewickelt wird.

Vielleicht magst du deinem Kind zum Einschlafen auch ein Lied vorsingen?

Natur erleben

Bei Wind und Wetter raus und deinem Kind den Lebensraum Natur, den Wald und damit auch den Jahreskreislauf näher zu bringen finde ich persönlich sehr wichtig.

Wie verhalte ich mich im Wald?

Wann wächst das Getreide?

Welche Tiere halten im Winter Winterschlaf?

Denn ohne die Natur und dementsprechend den Wald wären wir als Menschen gar nicht überlebensfähig.

Tiere beobachten

Um Tiere zu beobachten und sich über die verschiedenen Arten, deren Aussehen und die unterschiedlichen Bedürfnisse, wie zum Beispiel die Nahrung, das Gehege zu unterhalten lohnt sich ein Besuch auf einem Bauernhof oder in einem Zoo.

Bilder ansehen

Wenn du dir mit deinem Kind Bilder / Fotos ansiehst, kannst du deinem Kind erzählen, wer oder was auf diesen abgebildet ist und was da gerade passiert.

Vielleicht erinnert sich dein Kind noch an die Situation auf dem Bild und kann das Foto selber beschreiben?

Geschichten erzählen

Kannst du dich noch an Erlebnisse aus deiner Kindheit erinnern?

Dann kannst du sie deinem Kind erzählen.

Vielleicht könnt ihr mal einen Tag so leben wie die Kindheit früher war?

Oder ihr vergleicht deine Kindheit mit der deines Kindes heutzutage?

Haben die Kinder früher anders gespielt?

Museen besuchen

In der aktuellen Corona – Pandemie ein wenig schwierig, doch haben auch jetzt noch ein paar Museen geöffnet, zum Beispiel das Mathe Mitmach – Experimente – Museum „Mathematikum“ in Gießen oder der Barfuß – Parcour am Hohen Meißner.

Dort kannst du dich mit deinem Kind über die verschiedenen Experimente unterhalten, sie deinem Kind erklären, gemeinsam Versuche starten sie zu lösen oder dich auf dem Barfuß – Parcour über die verschiedenen Untergründe unterhalten, über die ihr lauft.

Vielleicht findest du bei euch in der Nähe ein Museum, welches ein Thema hat, für was sich dein Kind gerade interessiert.

Was bedeutet Sprache für dich?

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