Abschied aus dem Kindergarten – eine Liebeserklärung an meinen Sohn

Nun war der Tag also gekommen: deine Abschiedsfeier im Kindergarten war gekommen.

Schon Tage vorher war mir klar, dass dieser Abend emotional sein würde…

Doch damit hatte ich nicht gerechnet

Meine Schwangerschaft

Als ich im September 2014 von meiner Schwangerschaft mit dir erfahren habe, wusste ich zunächst nicht wie ich reagieren sollte: denn deine 3 Geschwister durfte ich nicht kennenlernen.

Sie gingen schon in der Schwangerschaft.

Doch die Schwangerschaft mit dir verlief positiv und so durfte ich dich am 16.06.2015 endlich in meinen Armen halten.

Dein kleiner Körper, blaue Augen und atmend.

Für manche Eltern ist dies ein normaler Moment.

Für mich war und ist es bis heute ein Wunder.

Ich konnte mein Glück kaum fassen.

Und hatte gleichzeitig so viel Angst etwas falsch zu machen.

Die Zeit mit dir zu Hause

Am Tag nach deiner Geburt verließen wir das Krankenhaus- zu dritt. Als Familie. Denn dein Papa war die ganze Zeit dabei.

Die ersten Wochen schliefst du auf meinem Arm. Denn ablegen konnte ich dich zunächst nicht.

Die Zeit mit dir als Baby verging so schnell. Und so stand dein erster Geburtstag vor der Tür.

Diesen feierten wir zu Hause mit deiner ersten Torte. Du kannst dich bestimmt nicht mehr daran erinnern.

Du lerntest krabbeln, laufen, sprechen und entwickeltest deinen eigenen Charakter- bis heute.

Wir unternahmen viel zusammen, gingen täglich bei Wind und Wetter spazieren, wir experimentierten und du lerntest andere Kinder, die wir auch zu deinen Geburtstagen einluden, kennen.

Dein 3. Geburtstag veränderte alles

Bis zu deinem 3. Geburtstag waren dein Papa und ich uns einig, dass du nur das letzte Kindergartenjahr den Kindergarten besuchen solltest. Denn als Erzieherin waren und sind meine persönlichen Ansprüche sehr hoch: vor allem beim eigenen Kind

3,5 Jahre durfte ich dich täglich in deinem Leben begleiten.

3,5 Jahre Kindergarten folgten…

Und nun bist du bald ein Schulkind

Ich weiß gar nicht für wen der heutige Abend emotionaler war.

Abschiedsfeier im Kindergarten

Heute Abend war es also so weit.

Am späten Nachmittag wart ihr als Vorschulkinder für eine Stunde zu einer „blauen Stunde“ im Kindergarten. Erst danach durften wir als Eltern dazu kommen.

Es war schon ein sehr emotionaler Moment auf alle Vorschuleltern zu treffen.

Jeder konnte etwas an Essen zum Buffett beitragen.

Die Erzieher hatten Wünsche für euch vorbereitet – da standen mir das erste Mal die Tränen in den Augen.

Was eine Wertschätzung! – DANKE dafür.

Danach ging es ans Spielen, essen und trinken – und als Eltern haben wir die Zeit genutzt, um uns zu unterhalten.

Die Geschenke

Vom Elternbeirat habt ihr ein kleines Büchlein über den Wolf bekommen, denn schließlich wart ihr als Vorschulkinder Wolfskinder.

Von den Erziehern gab es neben den Wünschen noch eine Urkunde von der Kindergartenzeit.

Und dann kam, der für mich emotionalste Teil:

der Rausschmiss aus der Kita

Die Erzieher haben ein großes Bettlaken als Tor angemalt und ausgeschnitten und haben dann jedes einzelnes Kind mit dem Besen aus dem Kindergarten gekehrt.

Liebe Erzieher,

auch, wenn wir, Sie und ich, es nicht immer leicht miteinander hatten (als Erzieherin liegen meine Ansprüche sehr weit oben) habt ihr euch mit dieser Abschiedsfeier mehr als nur übertroffen.

Danke, für 3,5 Jahre Betreuung

Danke, für die Abschiedsfeier

Danke, für die Gespräche

Danke, für die Zeit mit meinem Sohn

Danke, für die Basteleien (sie haben ein eigenes Regal)

 

DANKE für euer SEIN

 

Lieber Till,

nun bist du schon 7 Jahre jung.

7 Jahre darf ich deine Mama.

7 Jahre, in denen du, aufgrund meiner Brustkrebserkrankung, keine unbeschwerte Kindheit hattest.

7 Jahre und nun fast ein Schulkind

 

Ich wünsche dir

  • unvergessliche Abenteuer
  • neue Freunde
  • eine leidenschaftliche Lehrerin
  • Fehler, denn diese sind wichtig
  • Pfützen zum Reinspringen
  • Tränen, der Traurigkeit
  • Momente, der Dankbarkeit
  • Füße, die dich in deinem leben tragen – wohin auch immer
  • Kind sein

Und egal, was du auch immer machst, und ja Dummheiten gehören dazu, Mama und Papa sind, auch, wenn sie getrennt sind, immer für dich

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