Wackelzahnpubertät – das letzte Kindergartenjahr

„Wackeln die Zähne – wackelt die Seele“
Und genauso wackelig ist auch das Gemüt deines Kindes.
Gerade im letzten Kindergartenjahr, im Jahr vor der Einschulung, erlebt dein Kind eine Phase, die dich als Elternteil das ein oder andere Mal bestimmt schon an deine Grenze gebracht hat.
Da ich sowohl als Erzieherin in einem Kindergarten arbeite als auch Mama eines 5 -jährigen Sohnes bin erlebe ich dieses täglich.
Und nein, da bin ich keine Pädagogin, sondern Mama.
Und genau in dieser Rolle, bin ich genauso wie du emotional, komme auch an meine Grenzen und bin überfordert.

Denn das ständige Auf und Ab zwischen „ich bin schon groß“ und „Ich kann das nicht!“ kann dich als Elternteil zur Verzweiflung bringen.
Die Gefühls- und Gedankenwelt deines Kindes scheint Achterbahn zu fahren: vom plötzlichen Verhalten eines Babys, sprechend mit niedlicher Stimme und dem Wunsch wieder getragen zu werden, hin zum „arrogantem“ Selbstverständnis, dich als Elternteil nicht mehr zu brauchen.

Im Grunde erinnert dich das Verhalten deines Kindes wahrscheinlich an das Erlebte in der Trotzphase.
Nur das Zweijährige sich weder ihrer Kraft noch ihrer sprachlichen Fähigkeiten bedienen können. Und diese auch noch „Welpenschutz“ genießen.

Der Körper deines Kindes verändert sich

Die körperlichen Veränderungen gehen mit einer zunehmenden kognitiven Reife und Entwicklung einher. Das Kind versteht immer mehr komplexe Zusammenhänge, will partizipieren und die eigene Autonomie leben.
Genau dieses kann zu Angst, Unsicherheit und Wut bei deinem Kind führen.

Kein gesunder Mensch wächst in seinem restlichen Leben so schnell wie Kinder in den ersten 7 Jahren.
Sie befinden sich ständig im Wachstum.
Dadurch verändern sich ihre Körperproportionen und damit einhergehend auch ihre Körperwahrnehmung.
Einhergehend mit dem Wachstum verändert sich auch ihr Gefühl und damit auch ihr Gleichgewichtssinn.
Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass dein Kind oft balanciert. Meistens auf Bordsteinkanten an der Straße.
Dieses kommt daher, dass Kinder die Gefahren eines heranfahrenden Autos nicht einschätzen können.
Versuche einfach mal, wenn du mit deinem Partner im Auto sitzt zu schätzen wie schnell er / sie fährt. Das ist gar nicht so einfach.

Über das Balancieren versuchen sie ihr Gleichgewicht wiederherzustellen.
Genauso übrigens durch das Bewegen beim Sitzen: ruhig und lange sitzen fällt Kindern in der Wackelzahnpubertät dadurch nicht leicht.

Im Kindergarten der Größte, in der Schule der Jüngste

Das letzte Kindergartenjahr ist noch einmal etwas Besonderes: wenn man die Möglichkeit frühs länger zu schlafen nutzt man dieses gerne noch mal aus, wenn ein Elternteil zu Hause ist, kann man auch mal einen Tag zu Hause bleiben. In einigen Kindergärten gibt es Vorschulgruppen: die Kinder treffen sich regelmäßig als Vorschulkinder und erleben diese zeit als Gruppe intensiver. Dadurch entsteht ein Gruppenzusammengehörigkeitsgefühl.
Gleichzeitig haben sie auch mehr Verantwortung, z.B. beim Spazierengehen mit der Gruppe haben sie ein jüngeres Kind an der Hand und laufen selbst am Straßenrand. Oder sie übernehmen im Kindergarten selbst Patenschaften für jüngere Kinder.

In dieser Zeit wird vermehrt über das Thema Schule, die bald stattfindende Schuleinführung gesprochen.
In einigen Familien wird die Schule auch als „Ernst des Lebens“ bezeichnet.

Freude vs. Unsicherheit

Auf der einen Seite erleben die Kinder einen neuen Lebensabschnitt, verändern sich nur rein körperlich, sondern auch rein seelisch.
Sie werden größer.
Und damit einhergehend sehen Eltern ihre Kinder nicht mehr als Kinder sondern als die „großen“.
Dieses kann dazu führen, dass aus einer anfänglichen Lust des Kindes auf die Schule plötzlich eine Unlust, eine Unsicherheit wird und sie Angst bekommen vor der neuen Situation.
Denn sind wir doch mal ehrlich: weder wir als Eltern noch die Kinder wissen, was auf sie in der Schule zukommt.
Dieses kann zu Unsicherheit führen.
Auch kann in diesem Zusammenhang der Satz: „Ich will nicht zur Schule“ fallen.

Große Schwester / großer Bruder

Wenn zu den ganzen eigenen Veränderungen in dieser Phase auch noch eine familiäre Veränderung, z.B. der Tod eines Familienmitgliedes oder die Geburt des Geschwisterchens kommt, kann dies zu einer Belastung für das Kind führen.

Mit dem Tod sind wir als Erwachsene schon überfordert, obgleich er genauso wie die Geburt zum Leben dazugehört.

Wenn jedoch ein neues Familienmitglied in die Familie kommt, verändert sich alles: die Anzahl der Familienmitglieder, der Tagesablauf, die Regeln, die Aufmerksamkeit, die Rollenverteilung, jeder sich selbst.

Vergleiche der Kinder

Nirgends wird so viel verglichen wie runter den Eltern:
Schläft dein Kind schon durch
• Kann es schon sprechen
• Läuft es schon
• Kann es schon zählen / seinen Namen schreiben

Doch, als ob dieser Druck nicht schon reichen würde, kommen noch Elterngespräche im Kindergarten hinzu.
Und leider auch Erzieher, die Kinder miteinander vergleichen.
Und das unter den Kindern bzw. vor den Kindern.
Aber auch vor den Eltern.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie man sich in so einer Situation als Mutter fühlt:
Es reißt einem den Boden unter den Füßen weg!

Wut und motzen als Ausdruck der Veränderung

All diese Veränderungen bedürfen ein hohes Maß an Begleitung.
Eine Begleitung durch uns als Erwachsene.

Kinder sind in diesem Jahr sehr oft überfordert und können auch ihre Gefühle weder einordnen noch äußern. Wenn ihnen etwas wehtut, dann kann es sein, dass sie auf den Bauch bzw. den Bauchnabel zeigen.
Dort muss der Schmerz jedoch nicht liegen.
Doch es ist die Körpermitte und damit am besten für das Kind zu lokalisieren.

Für Eltern werden die Kinder scheinbar aus dem Nichts wütend und motzen bei jeder Kleinigkeit.
Das zeigt ihre Überforderung, ihre Ängste, ihre Unsicherheit.

Stell dir einmal kurz vor, du fängst an einem neuen Arbeitsplatz an.
• Welche Gedanken hast du?
• Welche Gefühle begleiten dich?

 

Wenn du die Wut bei deinem Kind verstehen und begleiten möchtest lade ich dich jetzt zu meinem Onlinekurs ein: „Wut gelassen begleiten“

 

 

 

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