Corona und die Kinder: Wenn Kuscheltiere zum Freundesersatz werden

Plötzlich war das Corona-Virus im März da und veränderte unser aller Leben.
Doch besonders die Kinder waren mit sehr vielen Veränderungen und Bestimmungen konfrontiert.

Auf einmal waren die Kindergärten und Schulen 6 Wochen komplett geschlossen. Danach nur eine absolute Notbetreuung von Kindern, deren Eltern in systemrelevanten Berufen (welcher Beruf ist eigentlich nicht systemrelevant?) arbeiten mit Schreiben vom Arbeitgeber genehmigt.

6 Wochen pure Isolation
Keine Freunde
Kein Besuch bei den Großeltern
Kein Zutritt mehr zu den Läden
Keine Vereine, keine Hobbies
Die sozialen Kontakte fehlten
Besonders bei Einzelkindern

Danach ließen die Maßnahmen nach und alle Kinder konnten nach den Sommerferien wieder in den Kindergarten gehen.

Vorerst.

Doch plötzlich stiegen die Zahlen der positiv Getesteten nicht nur in vereinzelten Regionen, sondern in ganz Deutschland.
Immer mehr Menschen kamen ins Krankenhaus.
Es wurde immer mehr getestet.
Die Zahlen stiegen täglich.

Von da an veränderten sich die Maßnahmen im 4 Wochen Rhythmus.

Corona und die Kinder

Maria´s blau – graue Augen

Sie sehen in ihre Eltern in der Öffentlichkeit nur noch mit Maske.
Die Verständigung und das Erlernen der Sprache wird dadurch eine Herausforderung.
Kinder lernen über Mimik und Gestik.
Doch was sehen sie im Moment?
Nur die Augen!

Kein individuelles Gesicht!

Sie können ihre Eltern nicht mal eben so in der Öffentlichkeit auf den Mund küssen.
Wo bleibt da die Zuwendung?
Berührungen sind wichtig!

Nein, stattdessen wird ihnen suggeriert, dass sie ihre Großeltern anstecken und sie dadurch sterben könnten.
Was ein psychischer Druck wird da auf den Schultern der Kinder gelastet?

Geschwisterkinder haben sich untereinander

Geschwisterkinder können sich untereinander begleiten, unterstützen, füreinander da sein, miteinander spielen.
Sich geben sich Halt.
Sind Freunde.
Spielpartner.
Sozialer Kontakt.

Doch wie sieht es bei Einzelkindern aus?

Einzelkinder vereinsamen

Papa und Till

Für Einzelkinder sind diese Maßnahmen ein ganz einschneidender Schnitt in ihr Leben.
In ihre Entwicklung.

Sie haben nur noch ihre Eltern.
Wenn diese dann noch arbeiten müssen, dann haben sie zwar die Möglichkeit in den Kindergarten zu gehen und so ein paar Stunden andere Kinder zum Spielen zu haben, am Nachmittag jedoch sind sie nur noch zu Hause.
Alleine.
Mit ihren Eltern.
Ohne Freunde.
Ohne Vereine.
Ohne Hobbies.

Umgang mit digitalen Medien

Umgang mit digitalen Medien

Wer in dieser herausfordernden Zeit Eltern einen Vorwurf macht verantwortungslos zu handeln, weil sie ihr Kind vor digitale Medien, wie zum Beispiel den Fernseher oder das Tablet setzen, der hat noch keine Eltern gefragt, wie es ihnen und ihrem Kind geht.
Es ist eine mehr als herausfordernde Zeit.
Was wir gerade von unseren Kindern abverlangen wird die nächste Generation schmerzlich erfahren müssen.
Denn wir kennen die Folgen der sozialen Isolation nicht.

Menschen brauchen Menschen.
Menschen brauchen Kontakte.
Menschen brauchen Berührungen.

Kuscheltiere als Freundesersatz

Kuscheltiere als Freundesersatz

Ja, du hast gerade richtig gelesen.
Es gibt Kinder, die imaginäre Freunde haben.
Sie bekommen Namen.
Der Tisch wird für sie mit gedeckt.

Diese Phase geht vorbei.

Doch gerade in dieser Krise suchen sich Kinder Ersatz für ihre fehlenden sozialen Kontakte.
Ersatz für ihre fehlende Freunde.

Was eignet sich da besser als Kuscheltiere?!
Mit diesen können sie sprechen.
Sie antworten für diese.
Sie spielen mit.
Sie begleiten dein Kind überall mit hin.

Mich macht das nachdenklich und traurig.
Und dich?

5 Kommentare zu „Corona und die Kinder: Wenn Kuscheltiere zum Freundesersatz werden

  1. Hallo,

    ich habe gerade deinen Beitrag zu diesem Thema gelesen und finde mich in so vielen Zeilen wieder. Unsere Tochter ging im Sommer 16 Wochen nicht in die Kita obwohl wir die Notbetreuung in Anspruch nehmen konnten.
    Nun kam Anfang Dezember der Appell des Familienministers von NRW die Kinder Eigenverantwortlich in die Kita zu schicken oder eben nicht.
    Will heißen, wenn Mama arbeitet dann darf das Kind in die Kita, wenn ich zuhause bin dann soll sie auch zuhause bleiben. Heisst jede Woche eine andere Anzahl von Tagen und andere Wochentage an denen mein Kind in die Kita gehen soll. Die Wochentage konnte sie bereits richtig gut aufsagen. Nun merke ich immer öfter , dass sie nicht geau weiß welcher Tag ist und lange überlegen muss.
    Sprachtechnisch gibt es momentan wenig bis kaum Fortschritte, wen wunderts, wenn die Erzieher die meiste Zeit über eine Maske tragen.
    Gestern dann der Hammer. Meine 4 Jährige Tochter kam mit Ihrem Freund wieder zurück gerannt und sagte „Mama da sind so viele Kinder auf dem Schulhof“. Ich strich beiden über den Kopf und sagte „Das ist doch aber nicht schlimm“. Als meine Tochter dann antwortete „Doch Mama ich hab Angst das die uns mit Corona anstecken“ schossen mir die Tränen in die Augen.
    Die Pandemie beeinträchtigt aller Leben in einem großen Maß und wie du schon richtig sagt kann niemand die langfristigen sozialen Folgen abschätzen.

    Gefällt mir

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