Pädagogik ABC Teil 2 N – Z

N wie non – binär

Menschen,
welche non – binär sind,
identifizieren sich weder mit dem weiblichen noch mit dem männlichen Geschlecht.
„Transsexualität wurde von der WHO mittlerweile als psychische Erkrankung bzw. Identitätsstörung entfernt, aber trotzdem benötigt man in Österreich eine psychologische sowie psychiatrische Diagnose und mehrjährige psychotherapeutische Betreuung, um das Geschlecht sowie den Namen ändern zu lassen, Hormone verschrieben zu bekommen bzw. geschlechtsangleichende, operative Eingriffe vornehmen zu lassen.
Als nicht binärer Mensch blieb mir das erspart.
Es genügte ein medizinisches Gutachten, dass ich gesund bin und keine psychische Erkrankung habe, um das Geschlecht in meiner Geburtsurkunde, im Pass und anderen Dokumenten ändern zu lassen.
Meinen männlichen Namen, wobei Alex ohnehin unisex ist, habe ich behalten, obwohl dies gesetzlich nicht erwünscht ist.
Statt dem von mir präferierten „X“ für Divers, habe ich nun ein „F“ für
Weiblich stehen. In unserem Land ist das „X“ leider nur für geborene Intersexuelle eine neue Option, wobei ich mittlerweile nicht binäre Personen kenne, die dies am Standesamt sehr wohl eingetragen bekommen haben.
Obwohl es mittlerweile über 10 Millionen nicht binäre Erdbewohner in Europa gibt, ist es bürokratisch nach wie vor ein Chaos voller Hürden und Widersprüche, die es zu überwinden gilt.
Politisch gesehen war die Türkis-Blaue Koalition gefährlich, da sie die Rechte für Trans-Menschen einschränken wollten und ihre Existenzen infrage stellten.
Wohin das führen hätte können, sie man derzeit in Ungarn.
Dort kann man Transgender, Schwule und Lesben sogar die medizinische Behandlung, Versicherung und Job verweigern, was Angriffe und Diskriminierungen legitimiert.
Es ist schrecklich, wie hasserfüllt die Gesellschaft geworden ist.“
Das komplette Interview mit Alexander Hölzl kannst du in meinem Blogartikel „Mein Sohn trägt Kleider“ lesen.

O wie Orale Phase

Im 1. Lebensjahr ist der Mund das zentrale Organ.
Über dieses empfindet das Kind, durch lutschen / nuckeln Lust und nimmt durch dieses auch die Nahrung auf.
Dadurch werden elementare körperliche und sinnliche Bedürfnisse befriedigt.
Außerdem besteht ein Bedürfnis nach körperlicher Nähe, Zärtlichkeit und Streicheln.
Werden diese Bedürfnisse erfüllt, fühlt sich ein Kind angenommen und kann das sogenannte Urvertrauen entwickeln.
Fehlt dieses Urvertrauen, so entwickelt sich ein Urmisstrauen.
Dieses kann dazu führen, dass die Umwelt als feindselig erlebt wird und dass man sich darum gegenüber seiner Umwelt verschließt.
Gleichzeitig wird und muss ein Kind auch die Erfahrung machen, dass nicht alle Bedürfnisse erfüllt werden können.
Dieses wird ihm später helfen ein gesundes Maß an Vorsicht und gegebenfalls Misstrauen zu entwickeln.

P wie Paolo Freire

„Ich kann nicht für andere,auch nicht ohne andere denken,noch können andere für mich denken.“
Paolo Freire machte, nach dem Tod seines Vaters, mit 8 Jahren selbst die Erfahrung des Hungers.
So dass er ab seinem 11 Geburtstag dem Hunger den Kampf ansagte.
Er wollte, dass kein anderes Kind diese Erfahrung auch machen musste.
Er war kein guter Schüler, studierte dennoch Jura und wurde Anwalt.
Dieses machte ihn nicht glücklich.
Mit 23 Jahren heiratete er.
Sein Studium der Erziehungswissenschaften folgte.
1959 promovierte er.
1947 begann seine Alphabetierungskampagne: Er gab den Ausgeschlossenen damit eine Stimme.
Denn nur wer lesen konnte, durfte auch wählen.
Durch diese Kampagne lernten mehr Menschen lesen, konnten wählen gehen.
Dieses gefiel dem Militär nicht.
Und so kam Freire über mehrere Jahre in Haft.
Um einer zweiten Haft zu entgehen wanderte er aus.
kam jedoch später zurück nach Brasilien und führte seine Alphabetierungskampagne weiter,
so dass es noch mehr Menschen möglich über die Methode der Bewusstseinsbildung war lesen und schreiben zu lernen.

Q wie Qualitätsmanagement

Qualitätsmanagement als Prozess beinhaltet sowohl die regelmäßige Feststellung als auch
die regelmäßige Überprüfung der pädagogischen Qualität entsprechend der KiTa-Konzeption
und den Bedingungen des Trägers,
die Weiterentwicklung
sowie die Sicherung und Umsetzung in die Praxis.
Qualitätsmerkmale:
➡Strukturqualität
➡Prozessqualität
➡Bildungs- und Entwicklungsergebnisse der betreuten Kinder

R wie Regeln

Regeln sind verbindliche Richtlinien für eine bestimmte Gruppe.
Sie basieren auf Werten und Normen.
Sowohl die Kinder als auch die Pädagogen benötigen Regeln.
Genauso wie die Eltern, wenn sie sich zum Beispiel bei Hospitationen oder Eingewöhnung ihres Kindes in der Einrichtung aufhalten.
Dabei ist die Erwachsenengruppe immer Vorbild für die Kinder.
Regeln erleichtern das Zusammenleben, weil durch sie die Situationen beziehungsweise Prozesse nicht ständig neu entschieden bzw. ausgehandelt werden müssen.
Gut eingeführte und sinnvolle Regeln sowie auch mit den Kindern zusammen aufgestellte Regeln entlasten die Pädagogen, da die Kinder viele Situationen aufgrund der Regeln selbst klären können.
Regeln sollten gut begründet sein.
Und bei nicht Einhaltung auch logische Konsequenzen erfolgen.
Regeln sollten auf ihren Sinn überprüft und gegenfalls beibehalten, weiterentwickelt oder abgeschafft werden.

S wie Schulfähigkeit

Als „schulfähig“ wird ein Kind bezeichnet, dass in der Lage ist, die Schule mit all ihren inhaltlichen und sozialen Anforderungen zu bewältigen.
Schulfähigkeit ist das Ergebnis eines langen Entwicklungsprozesses, an dem die Familie und Kindertageseinrichtungen mit beteiligt sind.
Die Schulfähigkeit kann somit nicht einseitig auf ein Kind und seine Fähigkeiten bezogen werden.
Die Schulfähigkeit ist auch im Zusammenhang mit der Bewältigung des Übergangs von der Kindertageseinrichtung in die Schule zu sehen.
Die Kinder müssen im Zusammenspiel mit Eltern, Erzieherinnen und Lehrerinnen den Übergang bewältigen und benötigen dafür bestimmte Kompetenzen und eine psychische Widerstandsfähigkeit (Resilienz).
Dazu kommt die emotionale Reife.
Im Kindergarten sind sie die ältesten, kennen die Regeln, die Menschen, die Räume.
Meistens sind Kindergärten kleine Einrichtungen.
In der Schule sind sie die jüngsten, kennen die Regeln nicht, die Lehrer nicht und auch keine Räume.
Sie fangen von vorne an.
Das kann Unsicherheit, Angst und Unwohlsein hervorrufen.

T wie Trauer

Kinder trauern unterschiedlich
➡Aggressiv / extrovertiert: dein Kind kann seine Trauer durch aggressives Verhalten, in Form von hauen, schubsen, laut werden, werfen von Gegenständen äußern.
➡Ängstlich: vorhandene Sorgen können sich bei deinem Kind verstärken und es kann Ängste entwickeln, wenn es zu einem Trauerfall kommt.
➡Ambivalent: sowohl die Gefühle als auch die Verhaltensweisen deines Kindes können sich sprunghaft ändern
➡Körperlich: dein Kind reagiert mit Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder Einnässen
➡Unbeschwert: dein Kind reagiert unbekümmert oder gar teilnahmslos
➡Fragend: dein Kind reagiert häufig mit vielen Fragen rund um den Tod
➡Motorisch: dein Kind regiert stark mit Handeln, z.B. malen, singen, tanzen, spielen
➡den Tod verdrängend: dein Kind reagiert mit Ablehnung dem Tod gegenüber (nicht wahrhaben wollen)
➡Versuchend, Lücken zu schließen: dein Kind versucht eine Lücke zu schließen, z.B. durch vermehrtes Aufräumen, Übernahme der Aufgaben des Verstorbenen
➡Schuld bei sich suchend: dein Kind reagiert mit Vorwürfen und Schuldzuweisungen sich selbst gegenüber

Ü wie Übergänge

Übergänge werden als Transitionen bezeichnet.
Innerhalb dieser Phasen finden in relativ kurzer Zeit wichtige Veränderungen statt.
Da sich das Kind einer neuen Situation anpassen muss, werden sie unterschiedlichen Belastungen unterworfen.
Ein kritisches Lebensereignis kann sich positiv oder negativ auf die Entwicklung eines Kindes auswirken.
Wenn die Anpassung an die neue Lebenssituation gelingt geht das Kind gestärkt, resilient, aus dieser Situation hervor.
Gelingt es dem Kind nicht, entsteht bei dem Kind Stress.
Anforderungen, welche zu bewältigen sind:
➡die individuelle Ebene: Die Kinder erleben einen neuen, veränderten Status
➡die interaktionale Ebene: Beziehungen werden beendet, verändern sich und werden neu aufgebaut.
➡die kontextuelle Ebene: Der neu hinzugekommene Lebensraum wirkt sich auf das Familienleben aus.
Wesentliche Transitionen sind:
➡der Eintritt in die Kinderkrippe, in den Kindergarten,
➡die Schuleinführung sowie
➡der Wechsel auf eine weiterführende Schule und
➡der Übergang in das Jugendlichenalter.
Ein weiterer Übergang kann für Kinder die Trennung oder Scheidung der Eltern sein.

V wie Vorurteile

Vorurteile sind Urteile über Personen, Personengruppen oder auch Sachverhalte,
die im Voraus gefällt werden,
ohne direkte Erfahrungen oder nähere Informationen mit beziehungsweise über die Dinge zu haben.
Sie sind demnach ungeprüfte Meinungen,
die zu einer negativen wie positiven Haltung gegenüber Personen oder Dingen führen.

W wie Wahrnehmung

„Wahrnehmung ist der Prozess der Aufnahme und Verarbeitung von Sinneseindrücken,
die durch Umweltreize oder aus dem Körperinnern entstehen.
Die Folge von Wahrnehmungen sind Reaktionen von Motorik und Verhalten,
die wiederum die Wahrnehmung beeinflussen können.
Wahrnehmung bildet die Voraussetzung für die seelische
und soziale Entwicklung.
Sie hat die Aufgabe,
dem Menschen Orientierung in seiner dinglichen und sozialen Umwelt zu geben,
damit er sich in der Welt zurechtfinden kann.

X wie Triple – X – Syndrom

Das Triple-X-Syndrom wird verursacht durch einen von der Norm abweichenden Chromosomensatz mit einem zusätzlichen X-Chromsom.
Diese zahlenmäßige Veränderung des Geschlechtschromosom X führt jedoch nicht zu einer geistigen oder körperlichen Behinderung,
wie dies bei einigen anderen Chromosomenstörungen wie zum Beispiel Trisomie 13, 18 oder 21 bekannt ist.
Normalerweise haben Frauen als Geschlechtschromosomen zwei X-Chromosomen : Karyotyp 46, XX.
Bei Frauen mit Triple-X wird ein zusätzliches X-Chromosom nachgewiesen.
Dies entsteht durch eine Fehlverteilung bei der Keimzellbildung und hat keine erblich Ursache.

Y wie Yoga

Beim Yoga für Kinder werden durch Yoga-, Atem- und Entspannungsübungen sowie Bewegungsspiele die Körper- und Sinneswahrnehmungen verbessert.
Die Muskulatur wird gedehnt und gestärkt, die Kinder werden kräftiger und flexibler.
Meditations- und Achtsamkeitsübungen fördern ihre Konzentration.
Meistens werden die Geschichte mit Tieren verknüpft, die die Kinder kennen.
Da sie so deren Bewegungen besser nachahmen können.

Z wie Zweitspracherwerb

Kinder lernen,
nachdem sie mit dem Erwerb einer Erstsprache begonnen haben, eine zweite Sprache.
Man spricht von einem natürlichen Zweitspracherwerb.
Erwerben Kinder in der Kindertageseinrichtung Deutsch als Zweitsprache, kann (muss es jedoch nicht) es sinnvoll, die Kinder in Kleingruppen mit einem „natürlichen, aber wohl durchdachten, regelmäßigen und intensiven Sprachangebot zu versorgen, zum Beispiel durch das Sprachangebot „Bewegte Sprache“.
Simultane Zweisprachigkeit: Ein Kind lernt von Geburt an zwei Sprachen gleichzeitig
Sukzessive Zweisprachigkeit: Ein Kind lernt die Zweitsprache, wenn es die Erstsprache schon einigermaßen erlernt hat (ab ca. dem 3. Lebensjahr)

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