„Welchen Duft verbindest du mit deiner Kindheit?“, fragt Andrea in ihrer Blogparade und schon beim direkten Lesen der Überschrift fühle ich mich in meine Kindheit zurückversetzt. 

Meine Kindheit

Ich wurde im Jahr 1987 in Eisenach / Thüringen, in der ehemaligen DDR geboren.
Gemeinsam mit meiner Mutter, meinen Großeltern sowie dem Bruder meiner Mutter und seiner damaligen Freundin wohnten wir zusammen in einem Haus auf einem kleinen Dorf 13 km entfernt von Eisenach.

Da meine Mutter alleinerziehend war, wuchs ich in Kinderarmut auf und weiß somit, was es heißt, nicht viel und vor allem nichts Neues zu besitzen sowie zu sehen, was andere Kinder von ihren Eltern zu den Kommerztagen, wie Geburtstag, Weihnachten, Ostern, .. bekamen. Das war nicht immer leicht. Hat mich jedoch in meinen Werten und der Sicht auf die Individualität der Menschen geprägt.

Die DDR

Die DDR lag, als deutscher Staat, im Osten Deutschlands und bestand bis zum, Tag der Deutschen Einheit am, 3. Oktober 1990.

Ich bin also in einem Land aufgewachsen, was nicht mehr existiert!
Die Kultur, die Werte, der Staat, das System – all das, was meine Kindheit und mich als Mensch geprägt haben.

Zwar gibt es die Bundesländer noch und es ist auch, durch den Mauerfall, wieder als Teil von Deutschland inkludiert wurden, doch meine Herkunft als solches, das Land, in dem ich geboren wurde, die ersten Jahre meines Lebens verbracht und sprechen gelernt habe, existiert nicht mehr.
Ich kann nicht mal eben so in das Land reisen, in dem ich die ersten Schritte meines Lebens gegangen bin.

Und auch wenn ich zum Zeitpunkt des Mauerfalls noch sehr jung war, habe ich noch Erinnerungen daran und weiß, dass ab diesem Tag nicht automatisch alles anders war.
Es ist ja nicht so, dass eine Mauer fällt / eingerissen wird, das System nicht mehr vorhanden ist und die Menschen sich verändern.
Wie auch?
Die Menschen haben ja jahrelang in und für dieses System gelebt.

Wenn auch die, nun vorhandene, Freiheit vieles verändert hat.

Der Westen

Endlich konnte man in den Westen als Familie fahren und musste die Kinder nicht, wie in der DDR zu Hause zurücklassen. Dieses war für das System eine Garantie, dass man wieder zurückkommt und nicht im Westen der Republik bleibt.

102 km entfernt, in der Nähe von Kassel in Hessen, wohnte auch die Schwester meines Opas, die uns jedes Jahr zu Weihnachten ein sogenanntes „Westpaket“ schickte.

Leider lebt sie nicht mehr, da ihre Symptome nicht als Herzinfarkt erkannt worden sind und sie so, während der OP an einem Reinfarkt verstorben ist.

In der Medizin darf sich zum Thema Frauengesundheit und die damit einhergehenden veränderten Symptome gegenüber Männern noch sehr viel verändern.

Das Westpaket

Das Westpaket war ein Karton mit Deckel, in dem sich Produkte befanden, die man entweder sehr schwer oder gar nicht in der DDR bekam.

Wir, meine Mutter und ich, bekamen ein solches „Westpaket“ von der Schwester meines Opas, jedes Jahr zu Weihnachten.

Ein Paket.
Nicht irgendein Paket.
Ein Paket zum Auspacken.
Mit Dingen, die wir sonst nicht hatten:
Kakao und Kaffee.

Kakao

Der Duft von Kakao

Noch heute ist Kakao für mich etwas Besonderes.

Der Duft, wenn ich die Packung öffne und ihn in mein Glas umfülle.
Der Duft, wenn ich das Glas öffne.
Der Duft, wenn ich Kakao zum Kuchenteig hinzufüge.
Der Duft, wenn ich meinem Sohn Kakao mache.

Der Duft ist tief in meinen Erinnerungen gespeichert


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4 Antworten zu „Der Duft meiner Kindheit“

  1. […] „Andersartigkeit“ sind sich viele ADHS – Betroffenen schon seit ihrer Kindheit bewusst. Und tragen genau diesen Eindruck oft über Jahre mit sich, still und Scham […]

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  2. […] kann mich noch an meine Kindheit erinnern, wo es die Bescherung erst nach dem Abendessen […]

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  3. Liebe Maria,

    vielen Dank für deinen Beitrag zu meiner Blogparade!

    Ich erinnere nur noch wage, wie meine Eltern mit mir die Westpakete, die von dir auch hier beschrieben wurden, für unsere Verwandten gepackt haben. Und Kaffee war immer, immer mit dabei.

    Herzliche Grüße

    Andrea

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  4. […] Maria Klitz Der Duft meiner Kindheit […]

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