Die 4 Phasen einer Trennung

Eine Trennung tut weh.
Und leider gibt es keinen Weg, den Schmerz zu umgehen.
Und auch, wenn du nachfolgenden Satz zum jetztigen Zeitpunkt noch nicht nachvollziehen kannst: alle Trennungsphasen haben einen Sinn.
Eventuell kannst du für dich etwas Positives raus ziehen, wenn du weißt, was nach deinem Beziehungsaus auf dich zukommt.
Denn wir alle machen irgendwie das Gleiche durch. 

Natürlich sind wir alle unterschiedlich; und dennoch irgendwie gleich: zum Beispiel ist es nicht dasselbe, was ich fühle, wenn ich von Trauer spreche und was du fühlst, wenn du den Begriff verwendest.

Womit klar ist, dass wir Trennungen jeweils auf unsere ganz eigene Art erleben, genauso wie wir vorangegangene Beziehungen verschieden erlebt haben.

Was den Umgang mit einer Trennung angeht, ticken wir alle jedoch doch sehr ähnlich. Dieses ist auch kein Wunder: denn Trennungen von geliebten Menschen gehören zu den belastendsten Lebensereignissen.

Und um diesen Trennungsschmerz zu überwinden, brauchst du, insbesondere als Verlassene, quasi eine „Überlebensstrategie“. Dass die im Grunde bei uns allen gleich aussieht, liegt daran, dass sich eine Strategie besonders bewährt hat.

Diese vier Trennungsphasen durchlaufen wir

Psychologen unterscheiden im Verlauf der Trennungsverarbeitung grundsätzlich vier Phasen, wobei die Dauer und Intensität der Phasen variieren kann.

Phase 1: Verleugnung

„In Wahrheit ist unsere Trennung nur eine Phase. Früher oder später kommen wir sowieso wieder zusammen. Wir brauchen jetzt einfach eine Pause, die wird unserer Beziehung langfristig ganz bestimmt gut tun.“

Kennst du diesen Gedanken auch und wurdest leider eines Besseren belehrt?

Egal, wie eindeutig dein Partner den Schlussstrich auch gezogen hat: Dass wir eine Trennung kurz nach dem Beziehungsaus nicht wahrhaben wollen, ist normal. Sogar gesund.

Auf diese Weise schützt du dich im Moment des ersten Schocks vor deinen eigenen Gefühlen. Trauer, Wut, Enttäuschung – unmittelbar nach dem Beziehungsende, wenn eventuell auch noch organisatorische Dinge wie der Auszug aus der gemeinsamen Wohnung oder die Scheidung der Ehe ansteht, reichen deine Kräfte einfach oft nicht aus, um dich damit auch noch auseinander zu setzen.

Das hilft: Abstand zum Ex!

  • Lösch das Bild mit ihm / ihr, das du als Handy-Hintergrund hast
  • Pack alle Erinnerungsstücke in eine Kiste und stell sie irgendwohin, wo du nur mit Mühe rankommst (Keller, Dachboden)
  • Und wenn du eure Chats noch nicht löschen kannst, chatte zumindest viel mit anderen, damit er / sie in der Chat-Liste ganz nach unten rutscht

Apropos mit anderen chatten: Um diese Trennungsphase schneller zu überwinden, kannst du versuchen, dich verstärkt anderen Beziehungen in deinem Leben zu widmen: deiner besten Freundin, Geschwister, deine Eltern.

Dich mit lieben Menschen zu umgeben, auch wenn dir gerade eher nach Isolation zumute ist, ist gerade am Anfang besonders wichtig. Denn so bringst du dich in die bestmögliche Ausgangsposition gegen deinen Liebeskummer, der leider auf dich zukommen wird, wenn du erstmal loslassen kannst.

Phase 2: Gefühlschaos

„Dieser verdammte Vollidiot! Aber ich vermisse ihn so sehr! Alle Menschen, die mir wichtig sind, verlassen mich! Ich werde nie wieder glücklich sein! Ich verdiene gar keine Liebe!“

Die Gefühlschaos-Phase bedarf relativ wenig Erklärung: In dieser Zeit des Liebeskummers kommen all deine Gefühle hoch, für die du in der Phase der Verleugnung noch nicht bereit warst: Wut, Trauer, Selbstzweifel, Depression, Verlustangst.

Jetzt, da du los gelassen hast und das Ende deiner Partnerschaft wahrhaben willst, kannst du dich auf aufbrechende Gefühle gefasst machen.

Das hilft: Reden, reden, reden.Und falls ich es noch nicht erwähnt habe: REDEN!

Schließlich gibt es außer deinem ehemaligen Partner genug Menschen, die dich lieben, und die dir dabei helfen, sowohl deinen Trennungsschmerz als auch deinen Liebeskummer zu verarbeiten.

Empfehlenswert ist es auch: deinem Ex einen Brief zu schreiben, in dem du alles ungefiltert rauslässt, was du denkst und fühlst. den schickst du jedoch nicht ab, sondern kannst ihn entweder verbrennen oder ihn behalten und gegebenenfalls daran weiter schreiben, wenn deine Gefühle mal wieder überkochen.

Phase 3: Neuorientierung

„Huch! War das da nicht gerade unser Lied? Und ich habe gar nicht geweint oder bin wie sonst immer in ein tiefes Loch gefallen?“

Nun befindest du dich in der Phase der Neuorientierung! 

Du hast dein Beziehungsaus endgültig akzeptiert und deinen Liebeskummer fast hinter dir.

Selbstverständlich hängst du deiner alten Partnerschaft noch nach und denkst auch recht häufig an ihn / sie.

Es zieht dich jedoch nicht mehr so runter und du musst dich plötzlich weniger überwinden, andere Leute zu treffen, Dinge anzupacken und dich auf Neues einzulassen.

Endlich ist es nicht mehr ganz so schwer.

Das hilft: Schöne Dinge tun, die du in deiner Beziehung nicht tun konntest.

  • Mit den Mädels abfeiern,
  • dich über die interessierten Blicke der Typen freuen,
  • dir einen Hund anschaffen,
  • dich endlich beim Yoga-Kurs anmelden.

Phase 4: Auf zu neuen Ufern

„Unglaublich, aber wahr: Mittlerweile bin ich tatsächlich dankbar für die Trennung! Es war einfach der richtige Schritt, wir haben einander nicht gut getan. Wären wir länger zusammen geblieben, hätten wir nur unsere Zeit verschwendet. Und mir wäre nie dieser eine nette Typ in meinem Lieblingscafè aufgefallen …“

Endlich hast du alle Phasen durchlebt und bist vollständig in deinem Leben ohne deinen Ex angekommen.

Theoretisch wärst du sogar wieder bereit für eine neue Beziehung – wenn’s sich ergibt, warum also nicht?

Das hilft: Leben, genießen und dich selbst dafür feiern, was du alles bewältigen kannst!

Sei deinem Ex-Partner dankbar!

Wenn du alle 4 Trennungsphasen überstanden hast, gibt es ein Gefühl, welches deinen Ex-Partner und die Beziehung mit ihm / ihr für alle Zeit in positiver Erinnerung erscheinen lässt: Dankbarkeit!

Und nein, es ist nicht das Ziel die Dankbarkeit direkt nach der Trennung zu spüren, das geht nämlich auch gar nicht, sondern erst nach Monaten oder Jahren.

Wenn du dich jetzt fragst: „Was? Dankbar? Ich soll meinem Ex-Partner dankbar sein?“, dann lautet meine glasklare und sehr deutliche Antwort „Ja“.

Denn negative Gefühle, wie Wut, Enttäuschung, Ärger oder sogar Hass führen unterbewusst dazu, dass du an deinem Ex-Partner hängen bleibst. Und so kannst du die Beziehung nie wirklich abschließen.

Sei deinem Ex-Partner dankbar für

  • die schönen Momente, die ihr in eurer Beziehung erlebt habt.
  • die Dinge, die du geben durftest
  • die Dinge, die du bekommen hast.
  • die Erfahrung.

Dankbarkeit hilft dir, dich vollständig von deiner Beziehung zu lösen.

Vor allem dann, wenn deine Beziehung schwierig und die Trennung sehr konfliktreich war. Denn so kannst du friedlich, frei und reich an neuen Erfahrungen deinen neuen Weg des Lebens gehen.

Und wer weiß schon, wem du an der nächsten Kreuzung auf dem Weg des Lebens begegnest.

Ich welcher Phase befindest du dich gerade?

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