Vor der Geburt

0-12. Woche

Grundstruktur der Hirnorgans

2.-3. Woche

Erste Anlagen des Gehirns

ca. 24. Woche

Fetus kann hören; erste Habituationen z.B. Reaktionen auf Geräusche

0-34. Woche

Nervenzellvermehrung, Zellwanderung, mit anschließender Feinstrukturierung

35.-36. Woche

Das Kind nimmt die Stimme der Mutter wahr; erste kurzlebige Erinnerungen.

Bei der Geburt

das menschliche Gehirn

Ca. 100 Milliarden Nervenzellen sind gebildet. Die Anzahl erhöht sich von diesem Zeitpunkt an nicht mehr. Die Wanderung der Nervenzellen an ihre Endpositionen ist weitgehend abgeschlossen.

Die Grundform des Gehirns ist erstellt, jedoch die Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen. Es wiegt etwa 30% des Erwachsenengehirns, wobei der Körper nur 5% des Erwachsenengewichts beträgt.
Rückenmark und Hirnstamm sind vollständig ausgebildet.

Kleinkindalter bis 3 Jahre

0-3 Monate

Bekannte und unbekannte Personen werden unterschieden;
Die Aktivität mehrerer Kortexgebiete steigt, am deutlichsten die Aktivität im Bereich der Sehrinde

7-10 Monate

Kinder beginnen zu „fremdeln“; kurze Erinnerungen werden behalten;
das limbische System wird dem Netzwerk zugeschaltet (emotionale Verarbeitung): der Bildabgleich verschiedener Situationen wird möglich; bei nicht Übereinstimmung folgt ein emotionales Angstgefühl, welches meist durch Weinen ausgedrückt wird.

bis 12 Monate

Das Kind entwickelt die Fähigkeit mit anderen Menschen zu kommunizieren. Das motorische System erfährt eine intensive Entwicklung (anfangs unpräzise bis zur Fähigkeit nach Wunsch die Muskeln zu lenken). Das Kind greift, hebt den Kopf, sitzt, kriecht, steht und macht erste Schritte.

1-2 Jahre

Es kommt zu einer sprunghaften Zunahme der Verbindungen beider Hirnhälften. Der verbesserte Informationsaustausch liefert die Basis für die Sprachexplosion und die Koordination der rechten und linken Körperseite. Das Kind kann seine Aufmerksamkeit auf bestimmte Personen oder Objekte lenken, sich über längere Zeitspannen an Ereignisse erinnern und es entdeckt in eigener Handlung Ursache und Wirkung.
Das Gehirn wächst fast um das Dreifache. Es nimmt von einem Viertel auf ein Dreiviertel des endgültigen Gewichts zu.
Die Umgebung beeinflusst die Gehirnentwicklung des Kindes.

Das Kind entwickelt einen Sinn für sich selbst, als eigenständige Person; es ist stolz auf seine Handlungen und schämt sich bei Unangenehmen. Es entdeckt, dass andere Menschen Gefühle haben, entwickelt explosionsartig einen Wortschatz und reiht Wörter in einfachen Sätzen aneinander.

2-3 Jahre

Die Sprachentwicklung nimmt rapide zu, der Wortschatz wird präziser und die Bewegungen werden gleichmäßiger und fließender. Das Kind kann bleibende Erinnerungen an Ereignisse bilden.
Im Gehirn erreicht die Zahl der synaptischen Verknüpfungen ihren Höhepunkt. Das Kind wird mehr und mehr fähig, immer größere und vielfältigere Mengen an Eindrücken miteinander zu verbinden und Schlüsse zu ziehen. Das ermöglicht ihm immer komplexere Handlungen und Gedanken.
Es findet eine Explosion motorischer, sprachlicher und kognitiver Fähigkeiten statt. Für das Kind ist das eine aufregende Zeit des Entdeckens. Eine Überstimulation an Wissen kann sich negativ auf die Entwicklung auswirken. Kinder lernen am besten, wenn ihnen genügend Zeit und Möglichkeiten zum Erkunden und Ausprobieren gegeben wird.

Vorschulalter

Die Gehirnaktivität findet vermehrt im Bereich des Limbischen Systems (Zwischenhirn) statt.
Emotionales Erkundungsverhalten, die Sprache und das Gedächtnis entwickeln sich.
Soziale Kontakte werden erprobt, erste Freundschaften entstehen.
Das Vorstellungsvermögen, die Phantasie und das Spiel entstehen.
Die Ausbildung der rechten Hemisphäre steht im Mittelpunkt der Gehirnentwicklung.
Wahrnehmungen, Erinnerungen, Wünsche, Träume und Phantasien werden in Rollenspielen verarbeitet.
Sowohl das kognitive Denken als auch das Erkennen entwickeln sich immer mehr.

Das Kind erlebt seine Welt noch ganzheitlich.

Im Alter zwischen vier und acht Jahren hat der Energieverbrauch des Gehirns seinen Höchststand erreicht.


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13 Antworten zu „Stufen der Gehirnentwicklung“

  1. […] sortiert und optimiert, braucht es umso mehr Kindergärten, die das Kind nicht defizitär, sondern ganzheitlich […]

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  2. […] jetzt etwas erzählt, dann drückt jemand im Gehirn des Menschen diesen Schalter und schon ist der Impuls […]

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  3. […] sie im Studium Pädagogik und entwicklungspsychologische Grundlagen […]

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  4. […] Große BautenStufen der Gehirnentwicklung […]

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  5. […] Lernen beeinflusst uns jeden Tag. Und auch in ziemlich jeder Situation. Denn bei näherer Betrachtung wird schnell deutlich, wie häufig wir in der Realität lernen bzw. wie oft wir auf Erlerntes zurückgreifen: – wie verfügen über besondere (nicht angeborene) Fähigkeiten – wir gehen einem Hobby nach – wir haben Ängste – wir können uns in der Gesellschaft zurechtfinden bzw. uns in dieser integrieren – wir verändern unser Verhalten aufgrund von Erfahrungen Was hast du als letztes gelernt? […]

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  6. […] erinnert sich dein Kind noch an die Situation auf dem Bild und kann das Foto selber […]

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  7. […] entsprechenden Altersstufe und dem individuellen Entwicklungsstand deines Kindes entsprechen. Der Entwicklungsstand kann auch bei gleichem Alter sehr unterschiedlich sein. Viele Kinder werden durch verfrühte […]

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  8. […] Die Gehirnentwicklung ist dabei abhängig von dem, was wir in unserer Umwelt erleben und welche Erfahrungen wir machen. […]

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  9. […] wieder, den eigenen Lebensweg zu gehen. Sie vermitteln die Botschaft, dass es nach diesem Reifungsprozess als Helden mit einem glücklichen Ausgang des Abenteuers wiederkehren […]

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  10. […] Nedergaard ist eine dänische Neurobiologin am University of Rochester Medical Center und am Center for Basic and Translational Neuroscience […]

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  11. […] für das schulische Lernen bestimmter Inhalte zu beschreiben, dann geht es dabei nicht um sensible Phasen in der Gehirnentwicklung, sondern um […]

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