Glücksmomente als Erzieherin gibt es täglich.

Denn täglich ist es Glück junge Menschen im Alter von einem bis zu drei Jahren im Alltag begleiten zu dürfen.

Doch als ich auf die Blogparade Glücksmomente aufmerksam wurde fiel mir direkt ein Moment ein, den ich mit dir teilen möchte:

Vielfalt im Alltag

Da ich in einem Familienzentrum mit einem hohen Migrationsanteil arbeite, habe ich täglich die Chance verschiedene Kulturen, ihre Werte und ihre Sprache kennen zu lernen.

Dazu zählt nicht nur die türkische Sprache, sondern auch die somalische, die russische, die litauische, die polnische, die arabische, die englische, die ukrainische.

Dieses bereichert meine Arbeit und auch mich als Mensch.

Denn das ein oder andere Wort lerne ich dadurch auch, zum Beispiel kann ich auf türkisch „setz dich bitte hin“, „räum bitte auf“, „komm bitte“.

Und wenn die Kinder nicht in die Krippe kommen auch deren Feiertage, die Bedeutung und die damit verbundenen Werte in der Familie bzw der Kultur.

Gleichzeitig kann dieses auch zu einer Herausforderung werden.

Denn für die ein oder andere Sprache hast du muttersprachlich sprechende Kollegen, die beim Übersetzen helfen können. Doch nicht für alle Sprachen.

Denn, was kannst du machen, wenn weder dich das Kind noch du das Kind verstehst?

Sprachbarriere

Da steht also ein junger Mensch im Gruppenraum.

Der dich nicht versteht und du ihn nicht verstehst.

Dieser junge Mensch steht im Raum, bewegt sich nicht.

Du versuchst es mit Mimik, mit Gestik, mit gebärdenunterstützender Kommunikation.

Keine Reaktion.

Plötzlich laufen dem jungen Menschen Tränen über die Wangen.

Was jetzt?

In den Arm genommen möchte der junge Mensch nicht.

Wenn ich jetzt nur mein Handy benutzen dürfte?

Ob ich es einfach machen sollte?

Doch was hätte das dann für Konsequenzen?

Verdammt!

Was ein Dilemma!

 

Aber ich kann doch nicht einfach den jungen Menschen da so stehen lassen!

Es waren noch ein paar Minuten bis die Mama kommen würde.

 

Ich entschied mich zu meinem Handy zu gehen.

Nahm dieses in die Hand.

Und legte es zurück.

 

Ich drehte mich zu dem jungen Menschen.

Und nahm erneut mein Handy.

Öffnete den Internetbrowser und suchte nach einem Übersetzer.

Ich gab folgenden Text ein:

„Deine Mama kommt in 10 min!“

Schaltete den Lautstärke an und lies den Text in der Muttersprache vorlesen.

 

Die Mundwinkel gingen nach oben, die Augen begannen zu leuchten!

 

Was es auch immer für mich für Konsequenzen geben sollte, die Reaktion zeigte, das es für den jungen Menschen wichtig war.

Ich hatte eine Möglichkeit gefunden mich mit dem jungen Menschen zu verbinden.

Einen Moment, des Glückes,

Einen Moment, der Erinnerung

für den jungen Menschen

für mich

 

PS Konsequenzen gab es keine

 

 


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18 Antworten zu „Glücksmoment als Erzieherin”.

  1. […] Jahre, in denen ich als Erzieherin gearbeitet habe. Und einfach nur alles vergessen […]

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  2. […] Erwartungen der Gesellschaft, weil ich zwei sozialpädagogische Ausbildungen absolvierte und als Erzieherin im Kindergarten arbeite und dementsprechend ja wisse, wie man ein Kind erzieht bzw. zu erziehen […]

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  3. […] besseres hätte sie in meinen Augen, weder als Mama noch als Pädagogin, nicht wählen […]

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  5. […] Dienstleistungen wie Friseur, Seelsorge, Reinigung, Soziales und Erziehung, Gastronomie, Gästebetreuung, Hausfrau, […]

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  6. […] Uhr beginnt mein Dienst im Kindergarten. Während so langsam die Kinder ankommen, hefte ich Portfolioeinträge in die […]

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  7. […] jetzt? Wie sollte es weiter gehen? 6 Monate später, am 15. Januar 2020, begann ich wieder als Erzieherin zu arbeiten. Von jetzt auf gleich 39 h die Woche. Plus täglich 14 km mit dem Fahrrad zur Arbeit […]

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  8. […] dass ich jedoch Erzieherin bin und in einem Montessorikinderhaus gearbeitet habe, kam mir eine […]

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  9. […] gehe ich ja Vollzeit als Erzieherin im Kindergarten arbeiten – mit viel Lust und […]

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  10. […] allem die ganzen Bastelsachen, die sich als Erzieherin so […]

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  12. […] Bist du nächstes Jahr vom 12. – 14. Januar 2024  zum Thema „Die Bedeutung der Wärme in der pädagogischen Arbeit“ auch dabei? Da ich dieses jahr beim Kongress in den Lostopf gehüpft und das Ticket für den Kongress gewonnen habe, kann ich wieder dabei sein. Manchmal meint es das Leben gut mit mir. […]

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