Mama hat Brustkrebs – 2 Jahre nach meiner Diagnose

„Träumst du schon dein Leben oder lebst du schon deinen Traum?“

Kannst du diese Frage eindeutig beantworten?

Ich nicht.

Und deshalb habe ich mich im Rahmen der Blogparade des Onlinemagazins „Lemondays“ mit genau diesem Thema auseinandergesetzt.

Alles begann im November 2014

Ich weiß es noch als wäre es gestern. Meine Brüste spannten und irgendwie fühlte ich mich von Tag zu Tag anders. Mein Mann machte schon Scherze, dass ich schwanger sei – doch geglaubt hatte ich es nicht.

Ich würde das doch selbst spüren, oder?

Oder wollte ich das nach 3 Fehlgeburten nicht wahrhaben?

Konnte ich wirklich die Signale meines Körpers ignorieren?

Oder war es die Angst, die mich die Signale unterdrücken ließe?

Ich ging also am Nachmittag zur Apotheke und kaufte einen Schwangerschaftstest.

Hatte ich wirklich die Hoffnung, dass der Kauf Geldverschwendung gewesen sei?

Doch nach 3 Minuten stand das Ergebnis fest:

  1. Schwangerschaftswoche

Wie sollte es jetzt weitergehen?

Ich war glücklich und ängstlich zugleich.

Würde die Schwangerschaft positiv enden?

Würde ich mein Baby im Arm halten können? – lebendig, mich anschauend?

Würde ich es aufwachsen sehen?

Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

33 Wochen lang.

Bis zur Geburt am 16. Juni 2015

Über 40 Wochen Schwangerschaft lagen hinter mir.

Ich wusste nachts nicht mehr wie ich liegen sollte.

Und wollte einfach nur noch das es los ging.

Ich wollte mein Baby im Arm halten.

Mein Körper hörte auf mich und leitete die Geburt ein: nachts um halb 2.

– 12 h später hielt ich mein Baby im Arm – lebendig, atmend und mich anschauend.

Ein Moment, der mit Worten nicht zu beschreiben ist.

4 Jahre begleitete ich meinen Sohn in seiner Entwicklung

Habe erlebt

  • wie er sich das 1. Mal hingesetzt hat,
  • wie er den ersten Schritt gelaufen ist,
  • das erste Bild gemalt hat
  • das erste Mal „Mama“ gesagt hat.
  • Wie er den ersten Tag in den Kindergarten gegangen ist.

Doch dann war da plötzlich das Leben.

Es war einfach da.

Ohne anzuklopfen.

Ohne zu fragen, ob es bleiben darf.

Ich hatte Krebs. Brustkrebs

Der 2. Juli 2019 veränderte mein Leben

Nein, nicht nur mein Leben.

Das Leben meines Mannes.

Das Leben meines Sohnes.

Nichts war mehr so wie es war.

Unsere Welt blieb stehen.

Und doch drehte sich die Erde weiter.

Was passiert jetzt mit mir?

Wie verändere ich mich?

Bekomme ich die Entwicklung meines Sohnes noch mit?

Wie erkläre ich das alles meinem Sohn?

Was braucht mein Mann?

Wie kann der Alltag weiter gelingen?

6 Monate intensive Behandlung

Inkl. mehrerer körperlicher Untersuchungen, einer abgebrochenen Chemo aufgrund der Nebenwirkungen, einem weiteren Versuch in einem anderen Krankenhaus und der OP kurz vor Weihnachten 2019.

Und das alles nur, weil ich den Knoten, den Tumor, selbst ertastet habe.

Mein Ziel: Ende des Jahres 2019 krebsfrei zu sein erfüllte sich am 30.12.2019.

Damit war die körperliche Behandlung beendet.

Die seelische folgte – bis heute.

Denn auch wenn ich krebsfrei bin – gesund bin ich noch lange nicht!

Doch ich ließ mich nicht unterkriegen und ging wieder arbeiten:

27 Tage nach meiner OP fing ich wieder an Vollzeit (ja, direkt 39 h) als Erzieherin im Elementarbereich (Kindergarten) zu arbeiten.

„Mut ist die Fähigkeit das zu tun was uns wichtig ist, ohne zu wissen, wie es ausgeht.“

Lange habe ich über diesen Satz im Blogartikel „Was ist es, was du wirklich willst“, der im Rahmen dieser Blogparade geschrieben wurde, nachgedacht.

Kann ich so mutig sein, Dinge zu tun ohne vorher zu wissen wie sie ausgehen?

Wäre das nicht egoistisch und rücksichtslos?

Vernachlässige ich nicht dann die Verantwortung für meinen 6-jährigen Sohn?

Und wie sieht es mit meinem Mann aus, der in guten wie in schlechten Zeiten für mich da war und es täglich zu jeder Tag- und Nachtzeit ist?

Kann ich meine Träume leben oder bleiben manche Träume Träume?

Welche Träume möchte ich unbedingt realisieren?

Und zu welchem Preis?

Lebst du das Leben, was du wirklich leben willst?

2 Jahre nach der Diagnose

Fange ich an zu leben

Zu lieben

Zu lachen

Bewusst und achtsam Momente zu erleben

Die Natur zu genießen

Zu schmecken, zu riechen und zu fühlen

Mein Leben zu genießen

Lasst uns gemeinsam mutig neue Brücken bauen, in den Dialog gehen – ohne Vorurteile und Diskriminierungen. Denn nur, wenn wir in den Dialog gehen können wir Tabuthemen entabuisieren.

Denn wir alle haben eines gemeinsam: wir sind Menschen.

Und somit ein Teil dieser, unserer Gesellschaft.

Nutzen wir also in jedem Moment die Chance der Veränderung.

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, bis hier her zu lesen.

Dieses ist in der heutigen Zeit, in der es um höher, schneller, weiter geht, keine Selbstverständlichkeit mehr!

1 Kommentar zu „Mama hat Brustkrebs – 2 Jahre nach meiner Diagnose

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