Bin ich wirklich offline, wenn ich offline bin?

Whatsapp, Facebook, Instagram, Linkdin und wie sie alle heißen.
Im Zeitalter der Digitalisierung bist du ständig erreichbar, antwortest am besten noch direkt und bekommst sofort die neusten Informationen mit.
Zwischendurch legst du kurz dein Handy zur Seite, kümmerst dich um dein Kind und bist, scheinbar, offline.
Doch bist du das in dem Moment wirklich?
Bist du wirklich nicht erreichbar?
Bekommst du wirklich nichts mit?
Liegt deine Aufmerksamkeit wirklich zu 100% bei deinem Kind?

Offline

Offline ist wahrscheinlich selbsterklärend.
WLAN aus oder gar Handy aus. Digital nicht erreichbar sein.
Achtung: ich trete dir jetzt mal ganz böse auf die Füße:
Wie oft bist du das am Tag, in der Woche, im Monat?
Wie oft bist DU wirklich NICHT erreichbar?

Online

Online bezeichnet deine Verbindung zum Internet.

Doch wusstest du, dass es noch ein anderes Konzept gibt: optline?

Optline

Optline, optional line, ist der Zustand dazwischen, also weder zu 100% online noch zu 100% offline.
Dieses ist so, wenn du mit deinem Kind am Tisch sitzt und ein Gesellschaftsspiel spielst und gleichzeitig dein Handy neben dir liegen hast; welches sich per WLAN im Internet befindet.

Und auch, wenn dein Ton aus ist, weiß dein Unterbewusstsein, dass dein Handy da liegt.
Deine Konzentration liegt also sowohl bei deinem Kind als auch bei deinem Handy.

Dieses spürt dein Kind.

Du befindest dich also in einem sogenannten Art “Multitasking modus”, aber der Mythos dass, das multitaskingfähig ist, ist ja nicht wahr; genauso übrigens, wie der Mythos, dass es sensible Phasen in der Gehirnentwicklung gibt.

Risiken des Optline – Modus

Die meisten von uns sind den größten Teil des Tages online oder optline.
In meinem Blogartikel “Warum schlafen wir” habe ich sowohl darüber geschrieben warum wir schlafen als auch was während dem Schlafen passiert.
Und das z. B. Jugendliche im Schnitt sechseinhalb Stunden pro Nacht schlafen, sie jedoch optionaler Weise 8 bis 10 Stunden Schlaf bekommen sollten.

Hast du dein WLAN nachts auch nicht abgeschalten, so dass du nachts auch erreichbar bist?
Kannst du auch nicht riskieren, etwas zu verpassen?
Doch was passiert, wenn du etwas verpasst?

Der Stress in deinem Gehirn

Dein Gehirn möchte gerne sowohl mit Dopamin als auch mit Serotonin versorgt werden, und nimmt keine Rücksicht darauf, dass dies dem Botenstoff Melatonin stört.

Das Belohnungszentrum im Gehirn will die ganze Nacht über optline sein.
Das führt dazu, dass dein Gehirn in ständiger Bereitschaft ist, um neue Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten: es erlebt ständigen Stress.
Dieses kann zu Angstzuständen und Depression führen.

Deine persönliche Aufmerksamkeit

Vor diesem Hintergrund ist es vielleicht an der Zeit sich zwei wichtige Fragen zu stellen:

Wo befindet sich deine Aufmerksamkeit?

Und vor allem, wie reagierst du, wenn dein Kind, dir eine Frage beantwortet und nicht mit der ungeteilten Aufmerksamkeit bei dir ist?

3 Kommentare zu „Bin ich wirklich offline, wenn ich offline bin?

  1. Das ist eine wirklich gute Frage. Ich habe zwei Smartphones, ein privates und ein geschäftliches. Während der Arbeit sind beide Handys natürlich an und in meiner Reichweite. Aber wenn ich dann im Feierabend bin, sind die beiden Geräte unwichtig, und dienen hauptsächlich zum Fotos machen. Ich bin auch ehrlich gesagt ganz oft am Tag offline. Und ich antworte dann auch nur sehr zeitverzögert auf Nachrichten. Meine am häufigsten verwendete Seite ist „Find my Smartphone“, denn ich neige dazu, die Dinger einfach irgendwo abzulegen, und sie dann nicht mehr zu finden. Eben weil alles andere um mich herum wichtiger ist und meine Konzentration nicht am Handy hängt. Wenn die Kinder abends im Bett oder morgens noch im Bett oder dann aus dem Haus sind schaue ich kurz nach Nachrichten und FB und Co. Meine Mutter hat schon öfters mit mir gemeckert, weil ich auf ihre „Romane“ bei WhatApp nur kurz angebunden zurückschreibe. Ich hab dafür halt einfach keine Zeit. Ich habe einen Job, drei Kinder, einen Mann, Haus und Garten, einen Hund und 20 Hühner. Und irgendwo danach bin ich dann auch noch Besitzerin von zwei Smartphones.

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    1. Hallo Sabine, da bist du tatsächlich eine der Wenigen, die ich kenne, die das so kann. Ich finde das ein super Beispiel, dass man im Jahre 2020 nicht ständig erreichbar sein muss und leben darf. DANKE LG Maria

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