Räum bitte dein Zimmer auf – eine 7 Schritte Anleitung, wie dir dieses gemeinsam mit deinem Kind gelingen kann

Wie wäre es, wenn das Bedürfnis aufräumen zu wollen, angeboren wäre? So wie das Bedürfnis nach Schlaf, Nähe und Zuwendung. Spätestens nach dem Abendessen, wenn Autos, Puppen, Bücher, Puzzle und Bastelsachen den Kinderzimmerboden verziert haben, würde der Ordnungssinn aktiviert werden und in null – Komma – nichts wären alle Spielsachen wieder ordnungsgemäß an ihren Plätzen. Ein wunderbarer Traum. Der es auch bleiben wird.
Doch so ganz aussichtslos ist die Lage nicht: denn im dritten Lebensjahr entsteht ein Sinn für Ordnung: Kinder räumen Schubladen aus und wieder ein (wenn auch nicht so wie es war und du es gerne hättest).Sie wollen helfen und vieles selbstständig machen.

Spülmaschine ausräumen
Spülmaschine ausräumen

Das ist deine Chance als Elternteil dein Kind in das Aufräumen seiner Spielsachen mit einzubeziehen, seine Motivation zu nutzen und ihn auf seinem Weg zum selbstständigen Aufräumen zu begleiten.
Im folgenden Artikel bekommst du eine Anleitung in sechs Schritten wie dieses gelingen kann.

1. Klare Anweisungen geben

„Räum dein Zimmer auf!“ Für Erwachsene klingt die Ansage eindeutig, für Kinder ist diese Ansage eine Überforderung. Denn Kinder benötigen konkrete Anweisungen, damit sie verstehen, was sie machen sollen und nicht überfordert sind.
„Räum die Autos bitte in das Regalfach!
„Leg die Musikinstrumente bitte in die Kiste!“
Erst wenn die Autos im Regal stehen, die nächste Aufgabe stellen, so dass sich dein Kind immer auf die Aufgabe konzentrieren kann und ihr gemeinsam das Chaos in kleinen Schritten verändern könnt. Dein Kind wird sich im Laufe der Zeit auch deine Art die Spielsachen aufzuräumen abschauen und diese dann auch nachzuahmen.

2. Kisten, Körbe, Boxen, Tabletts

Regal mit Boxen
Regal mit Boxen

Für dein Kind ist es leichter seine Spielsachen aufzuräumen, wenn es weiß, wo diese ihren Platz haben und das auch immer derselbe ist. Daher kannst du Regale mit Kisten, Körben, Boxen Tabletts ausstatten und diese mit Fotos versehen, die anzeigen, was dort seinen Platz hat. Dieses fördert sowohl die Selbstständigkeit deines Kindes als auch den Sinn für Ordnung. Dieses wird dein Kind entwickeln, die jedoch nicht unbedingt deiner Ordnungsvorstellung entspricht.
Damit dein Kind selbstständig seine Spielsachen erreichen kann, richte das Kinderzimmer deines Kindes bitte altersgemäß bzw. in Griffhöhe ein.

Autoregal
Autoregal

3. Gebautes stehen lassen

Spielen ist kreativ, schafft Neues und nimmt Platz ein. Auf der einen Seite benötigt dein Kind die Möglichkeit sich zu entfalten, auf der anderen Seite hast du als Elternteil jedoch den Wunsch zumindest abends zur Bettgehzeit, dass dein Kind ins Bett kommt ohne über sein Spielzeug zu stolpern und sich womöglich noch weh zu tun. Hier kannst du gemeinsam mit deinem Kind unterscheiden:
– Komme ich noch ins Bett?
– Habe ich etwas gebaut mit dem ich noch weiterspielen möchte?

4. Einen Aufräumtag in der Woche

Das Kinderzimmer ist das Zimmer deines Kindes indem es sich selbstständig entfalten kann und kein Museumsraum. Seine Kreativität und Fantasie jeden Abend zu unterbinden und komplett aufzuräumen würde dein Kind in seinem Spiel beeinflussen, so dass dein Kind nicht mehr freispielen kann, da es am Abend eh wieder alles wegräumen müsste. Daher könnt ihr euch gemeinsam auf einen Tag in der Woche festlegen, wo ihr gemeinsam das Kinderzimmer aufräumt.

5. Dosiert loben

Unterschied zwischen Lob und Wertschätzung
Unterschied zwischen Lob und Wertschätzung

Da Aufräumen ganz selbstverständlich zum Familienalltag dazugehört, benötigt dieses kein übertriebenes Lob. Was dein Kind jedoch benötigt ist eine Rückmeldung. Du kannst benennen, was dein Kind getan hat. Wenn es zum Beispiel von sich aus die Initiative ergriffen hat, kannst du dieses mit Worten begleiten – Süßigkeiten oder kleine Geschenke als Belohnung wären überdimensioniert: oder bekommst du ein Geschenk von deinem Partner, wenn du den Müll raus gebracht hast?

6. Aufräumen nicht als Strafe verwenden

Bitte verwende das Aufräumen nicht als Strafe!
Dieses kann dazu führen, dass dein Kind erst recht ungern aufräumt.

7. Aus welchen Augen betrachtest du das Kinderzimmer deines Kindes?

Chaos vs Phantasiewelt
Chaos vs Phantasiewelt

Aus deinen Augen als Erwachsener sieht das bespielte Kinderzimmer nach einem Chaos aus, in dem dein Kind womöglich noch nicht mal weiß, wo was liegt!
Doch STOPP!
Aus den Augen deines Kindes betrachtet ist sein Kinderzimmer kein Kinderzimmer mehr, sondern eine Phantasiewelt, in der jedes Spielzeug seinen bestimmten Platz und Sinn hat.

Daher mein Tipp: beim nächsten deiner Besuche im bespielten Zimmer frag dein Kind mal was es gerade gespielt hat! Und du wirst verwundert sein in was für eine Phantasiewelt dein Kind dich mitnimmt – wenn du es möchtest!

1 Kommentar zu „Räum bitte dein Zimmer auf – eine 7 Schritte Anleitung, wie dir dieses gemeinsam mit deinem Kind gelingen kann

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