Zucker in der Schwangerschaft

Gestationsdiabetes ist eine häufige Komplikation in der Schwangerschaft. Mit einer Umstellung der Ernährung und ausreichend Bewegung lässt sich die Erkrankung in Schach halten.
Zu spüren ist er meist nicht. Weder auffallend starker Durst noch verstärkter Harndrang, keines der ansonsten typischen Symptome für einen Diabetes bemerken Frauen, die während ihrer Schwangerschaft die Stoffwechselerkrankung entwickeln. Die läuft im Verborgenen ab.

Wegen der Schwangerschaftshormone braucht der Körper mehr Insulin. Kann die Bauchspeicheldrüse diesen erhöhten Bedarf nicht durch eine Mehrproduktion ausbrechen, steigt der Blutzuckerspiegel. Erhöhte Blutzuckerwerte sind das Ergebnis.

Risikofaktoren

Bei etwa 5 % in Deutschland stellen Gynäkologen ein Gestationsdiabetes fest, wie die Stoffwechselstörung in der Fachsprache heißt.

Damit zählt er zu den häufigsten Komplikationen in der Schwangerschaft. Treffen kann er prinzipiell jede Frau.

Es gibt hier doch Risikofaktoren:

  • etwa Übergewicht,
  • eine genetische Veranlagung
  • Typ 2 Diabetes im nahen Verwandten Kreis
  • körperlich inaktive Frauen
  • mehrere Fehlgeburten
  • bereits ein Baby mit über 4 Kilo geboren
  • am polyzystischen Ovarialsyndrom Leidende

Kontrolle des Blutzuckers

Die Kontrolle des Blutzuckers – das Screening auf Gestationsdiabetes – gehört seit 2012 zu den Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft. Zwischen der 24. und der 28. Woche erhält die werdende Mutter eine Lösung mit 50 g Glucose (Traubenzucker) zu trinken.

Eine Stunde später nimmt der Arzt Blut ab.
Liegt der Wert über 7,5 mmol / l bzw. 135 mg / dl wird der Test mit einer 75 g Glucoselösung in nüchternem Zustand wiederholt.

Wichtigkeit der frühzeitigen Erkennung

Das der Diabetes frühzeitig entdeckt wird, ist wichtig für die werdende Mutter und ihr Baby. Denn würde er nicht behandelt werden, hätte das Folgen für beide:

  • Risiko für Harnwegsinfekte
  • Präeklampsie eine Art der Schwangerschaft Vergiftung
  • Frühgeburt ist im schlimmsten Fall die Folge
  • Das Ungeborene hingegen wächst übermäßig, es muss deshalb eventuell per Kaiserschnitt zur Welt geholt werden
  • unreife Entwicklung der Lunge beim Baby
  • Anpassungsprobleme nach der Geburt

Umstellung des Lebensstils

Rund 80% der Betroffenen gelingt dies mit einer Umstellung des Lebensstils. Nur 20% brauchen Insulin. Stellt der Gynäkologe erhöhte Zuckerwerte fest, überweist er seine Patientin an einen Diabetologen oder eine Fachstelle wie eine Diabetes – Ambulanz einer Klinik.

Hier fahren die Betroffenen, was sie jetzt tun müssen, um ihre Blutzuckerwerte in den Griff zu bekommen, wie z.B. das regelmäßige Kontrollieren des Blutzuckers mit einem Blutzuckermessgerät.
Die Messung ist so gut wie schmerzfrei.

Während Betroffene früher mehrmals am Tag messen mussten, raten Diabetologen heute, in den ersten zwei Wochen einmal am Tag den Blutzucker zu bestimmen. Später reicht es manchmal sogar, ihn nur alle zwei Tage zu kontrollieren.

Angst durch zu viel Kontrolle

Zu viel Kontrolle verängstigt viele Schwangere, die Therapie darf aber nicht zur Belastung für die Frau werden.
Deshalb sind die Experten auch davon abgekommen, Blutzuckergrenzwerte festzulegen, die für alle Patienten gleichermaßen gelten.
Der Arzt darf individuell entscheiden.
Dieses passiert bei den Kontrolluntersuchung, die alle zwei Wochen anstehen.

Die Ernährungsumstellung

Eine Rolle spielt etwa das Gewicht der Frau und wie ihr Körper auf eine Ernährungsumstellung reagiert, aber auch wie sich das Ungeborene entwickelt: sein Bauchumfang gibt den ersten Aufschluss darüber, ob zu viel Zucker bei ihm ankommt. Eventuell muss dadurch die Therapie angepasst werden.
Das bedeutet vor allem, die Ernährung umzustellen, denn sie ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie.

  • Verzicht von besonders zuckerhaltige Lebensmittel
  • reduzieren der Kalorien
  • Bei den Kohlenhydraten sollten Nahrungsmittel bevorzugt werden, die einen hohen Anteil an Ballaststoffen haben, wie etwa Vollkornprodukte
  • Bewegung (3x 30 min spazieren gehen pro Woche, Fahrradfahren, schwimmen, Gymnastik)

Gabe von Insulin

Bleiben die Werte dennoch zu hoch verordnet der Arzt Insulin.
Frauen mit Gestationsdiabetes gelten als risikoschwanger.

Die Geburt

Für die Geburt darf sich die Schwangere eine gut ausgestattete Geburtsklinik aussuchen:
die Ärzte brauchen Erfahrung mit Diabetikerinnen
eine Neonatologie – Station falls das Baby schnell versorgt werden muss

Mit der Geburt endet der Diabetes in der Regel.
Lediglich bei 6% der Betroffenen besteht er fort.

Typ – 2 – Diabetes

Eine Schwangerschaftsdiabetes ist das erste Aufflammen eines Typ – 2 – Diabetes.
Etwa 50% der Frauen entwickeln die Stoffwechselstörung in einer weiteren Schwangerschaft wieder, 50% bekommt zehn Jahre nach der Entbindung ein Typ 2 Diabetes.
Reduzieren können Frauen das Risiko, indem

  • sie stillen
  • auf einen gesunden Lebensstil achten
  • körperlich aktiv bleiben

 

1 Kommentar zu „Zucker in der Schwangerschaft

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