August ist der Monat der Einschulung.
Und damit auch verbunden mit dem Monat der kaum auszuhaltenden Gefühle. Sowohl dein Kind als auch du erleben einen neuen Lebensabschnitt. Einen neuen Lebensabschnitt, von dem ihr nicht wisst, wie dieser werden wird.
Wow – was für eine Herausforderung!
Und gerade für Kinder (und auch Eltern) mit ADHS ist dieser Zeitraum und der Tag der Einschulung mit einer absoluten Unsicherheit verbunden.
Es fühlt sich an wie ein Schiff auf dem offenen Meer, welches in einen Sturm geraten ist; weit entfernt vom Strand beziehungsweise jeglichen Inseln.
Und da dieses sowohl für dein Kind als auch für dich als Elternteil ein wichtiger Tag sein wird, möchte ich mit diesem Artikel, der ein Teil einer Blogparade ist, mein, mittlerweile über 10-jähriges Wissen als Erzieherin sowie als neurodivergente Mama eines, jetzt in die 3. Klasse kommenden, Sohnes an dich weitergeben und dir von meinen Symptomen und was uns im Vorfeld der Einschulung sowie von dem, was uns am Tag der Einschulung geholfen hat berichten.
Meine Symptome vor der Einschulung
Bei meinem Sohn ist ADHS nicht diagnostiziert, bei mir jedoch seit Anfang dieses Jahres. So, dass ich die Symptome dementsprechend sowohl in der Zeit vor seiner Einschulung als auch an dem Tag selber vor drei Jahren erlebt habe; ohne zu wissen, warum das bei mir so reinknallt:
- Unsicherheit,
- Überforderung,
- Impulsivität,
- gereizt sein,
- Anspannung,
- Ablenkbarkeit,
- Unaufmerksamkeit,
- Frustrationen,
- Vergesslichkeit,
- Stress,
- Reizüberflutung,
- Hypersensibilität,
- zurückziehen wollen,
- Entmutigung,
- Ängste,
- Selbstzweifel,
- Tagträumen,
- Versagensgefühle.
Was uns in der Zeit vor der Einschulung geholfen hat
Was uns beiden jedoch sehr geholfen hat, war ein überaus wertschätzender und persönlich mit dem Namen meines Sohnes versehener Brief der zukünftigen Klassenlehrerin circa vier Wochen vor Schulbeginn, in dem sie sich und das Klassenmaskottchen, einen Otter (mit Bild), vorstellte und den Tag der Einschulung (diese war an einem Dienstag) plus die restlichen drei Tage der Woche kurz beschrieb, sowie ihr Freude auf die Schüler mitteilte – was eine Wertschätzung ihrerseits!
Was uns am Tag der Einschulung geholfen hat
Am Tag der Einschulung selbst hat die Direktorin nach Begrüßung und Vorstellung ihrerseits den Ablauf des Tages erläutert und dieses bei jedem, noch so kleinen, Übergang erneut wiederholt.
Das gab sehr viel Sicherheit.
Was ich auch sehr gelungen fand war die Auswahl des Buches, welches sie im Rahmen der Feier vorlas: „Mutig, mutig“.
Ein besseres hätte sie in meinen Augen, weder als Mama noch als Pädagogin, nicht wählen können.
(Dieses habe ich ihr auch per E-Mail geschrieben und mich für die überaus gelungene Feier bedankt.)
Das Buch wäre übrigens auch ein perfektes Geschenk für die Schultüte deines Kindes.
Die Wahl der Kleidung
Manche Eltern kaufen ihrem Kind extra für diesen Tag besondere Kleidung und neue Schuhe.
Bitte tu das nicht!
Neue Kleidung kann sich neu, nicht getragen anfühlen. Die Schuhe könnten drücken, unangenehm sein – dein Kind würde sich nicht wohlfühlen, wäre sowohl noch mehr verunsichert als auch unkonzentriert und wäre damit mehr als überfordert.
Du musst nicht extra neue Kleidung kaufen!
Schaut gemeinsam in den Kleiderschrank deines Kindes und sucht nach für dein Kind passender, bequemer Kleidung, die ihm bekannt ist. Das gibt Sicherheit. Sicherheit, die dein Kind an einem unsicheren Tag umso mehr benötigt.
Ach ja, und nicht zu vergessen:
Die anschließende, private Familienfeier
Die anschließende private Familienfeier, die ja eigentlich nur da ist, um einen Grund zu haben, die Familie mal wieder zusammenzubringen.
Doch die Einschulung war schon Neues und Unsicherheiten genug.
Dein Kind jetzt noch mit noch mehr Reizen und Anforderungen zu konfrontieren, wäre eher kontraproduktiv und würde wahrscheinlich Wut, Trauer, Verzweiflung und Überforderung erzeugen als, dass es eine angenehme Feier erleben könnte.
So würde dein Kind den Start in die Schule direkt mit einem negativen Ergebnis verbinden.
Was dazu führen könnte, dass es in den nächsten Tagen / Wochen nicht gerne zur Schule gehen würde.
Meine Alternative zur Familienfeier nach der Einschulung
Meine Alternative zur Familienfeier nach der Einschulung ist ganz einfach:
lass dein Kind lieber mit seinen Freunden auf einem Spielplatz spielen und den Tag mit diesen verarbeiten und genießen.
Deine Gefühle
Kannst du dich noch an deine eigene Einschulung erinnern?
Wie hast du sie erlebt?
Wie gehst du mit all den Vorbereitungen für die Einschulung deines Kindes um?
Oder war sie vielleicht schon?
Wie hast du dich am Tag der Einschulung deines Kindes gefühlt?
Wie hat dein Kind diesen Tag erlebt?






Hinterlasse einen Kommentar