der 6. Dezember: die Legende vom heiligen Nikolaus

Wenn du Kinder hast oder in einem Beruf mit Kindern arbeitest, bekommen diese am 6. Dezember vielleicht eine Kleinigkeit.
Doch warum eigentlich?
Wer war der Heilige Nikolaus?
Und was hat er gemacht, dass er sogar einen besonderen Tag in unserem Kalender zugeschrieben bekommt, so wie bei Meergedanken und ihrem diesjährigen Adventskalender „#Blogvent2020“?

Die Legende vom heiligen Nikolaus

Vor vielen hundert Jahren lebte Nikolaus in dem Land, das wir heute Türkei nennen.

In seinen jungen Jahren war Nikolaus natürlich noch kein Bischof. Und noch lebte er auch nicht in Myra, sondern in einer anderen Stadt. Nikolaus war damals ein reicher Mann. Von seinen Eltern hatte er viel Geld, ein großes Haus und manch anderen Besitz geerbt.

In den Sommermonaten, wenn es schön warm war, spielte sich das Leben der Menschen auf den Straßen ab. Und auch Nikolaus genoß dieses und spazierte durch die Straßen des Ortes in dem er wohnte.

Doch plötzlich hört er hinter einer Mauer eine traurige Stimme eines Dienstherrn: „Morgen werdet ihr zu euren neuen Dienstherren gehen, denn ich bin zu arm und schaffe es nicht mehr, genug Geld zum Leben für uns alle zu verdienen.“

Die traurige Stimme des Vaters und das Weinen der Mädchen stimmten Nikolaus nachdenklich. Kann er nicht helfen?
Schnell lief er zurück in sein Haus. Dort füllte er einen Sack mit Goldstücken und eilte zurück zur Gartenmauer, an der sich ein Fenster zum Wohnhaus befand.
Nikolaus schaute sich um: niemand hatte ihn gesehen.
Er nahm den Sack mit den Goldstücken und warf ihn hinein!
Bevor ihn jemand sehen konnte, dreht er sich um und lief davon.

Im Haus hatte der arme Vater das ungewöhnliche Geräusch am Fenster gehört.
Er schaute nach und sah den Sack.
Öffnete ihn und war von dem Inhalt mehr als nur überrascht.
Doch wer hatte den Sack hineingeworfen?
Rasch schaut der Vater auf die Straße hinaus.

Doch dort war es menschenleer!

Nur etwas weiter oben in der Straße, dort, wo die Häuser der Reicheren standen, meinte er eine Bewegung an der Haustüre wahrgenommen zu haben.

Wohnte dort nicht der reiche junge Mann, dieser Nikolaus?!

Er wandte seinen Blick wieder dem Geld zu: Ob es wirklich für ihn und seine Töchter bestimmt war?
Dann wäre er allen Kummer und alle Sorgen los!

Doch, die Frage, wer der gute Geber war, ließ ihm keine Ruhe.

Und so beschloss er, im Haus von Nikolaus nachzufragen.

All seinen Mut nahm er zusammen und klopfte an.

Der Diener öffnete die Tür und führte ihn zu Nikolaus in den Garten.

„Junger Herr“, sprach der Vater, und sank vor Nikolaus auf die Knie, „sag, bist du es, der einen Geldsack durchs Fenster in mein Haus geworfen hat? Ist es wirklich gedacht, mir und meinen Töchtern zu helfen?“

„Steh nur auf“, antwortet Nikolaus und half dem Mann auf die Füße. „Ich hörte zufällig von deiner Not. Es ist doch nicht schwer, von dem Vielen, was ich besitze, abzugeben. Du brauchst mir nicht zu danken. Ich freue mich mit euch, wenn es dir und deinen Töchtern gutgeht.“

Jahre vergingen.
Nikolaus wurde älter.
Er begann zu reisen, um andere Städte kennenzulernen.

Eines Morgens besuchte er in der Stadt Myra die Kirche, um dort zu beten.
Die Lehren Jesu waren ihm wichtig!
Er wusste, dass Gott ihn liebt.
Er wollte wie Jesus den Menschen helfen.
Er ist Christ.

Als er den dunklen Kirchenraum betrat, stellte sich ihm plötzlich ein alter Mann entgegen: „Das ist er, das ist unser neuer Bischof!“, rief er in die Kirche hinein. Nikolaus war verwirrt: „Ich bin kein Bischof!“, sagte er und wollte sich abwenden.

Doch der Mann hielt ihn fest: „Unser alter Bischof ist vor kurzer Zeit gestorben. Nun brauchen wir einen neuen Bischof, der sich um uns sorgt und uns führt. In der vergangenen Nacht haben wir gebetet, dass Gott uns zeigen möge, wer unser Bischof sein soll.“

Die Augen des alten Mannes glänzen. „Wir meinten, dass Gott sicher einen guten und frommen Menschen zu uns schicken wird. Und du bist nun schon so früh am Morgen in die Kirche gekommen! Wer seinen Tag im Gebet unter den Schutz Gottes stellt, der ist sicher ein guter Bischof für uns!“

Nikolaus war verwirrt: Sollte es wirklich Gottes Wille sein? Er wollte darüber nachdenken.
Er überlegte, ob er als Bischof den Menschen und Gott dienen kann.
Plötzlich merkt er, dass in der Kirche noch viele andere Menschen waren. Alle hofften, dass er ihr Bischof werden wird!
Die hoffnungsvollen Augen der Menschen und ihre Bitten blieben bei Nikolaus nicht ungehört.

Nikolaus spürte, dass er Gott und den Menschen als Bischof gut helfen kann und wurde kurze Zeit später zum Bischof von Myra geweiht.

Wieder verging eine lange Zeit.
Die Menschen in Myra liebten ihren frohen und freundlichen Bischof.
Sie haben erfahren, dass sie mit ihren Sorgen und Nöten bei ihm ein offenes Ohr und Hilfe finden würden.

Plötzlich herrschte im Land große Hungersnot.
Die Hitze hat alles Korn verdorren lassen und die Menschen hatten großen Hunger.

Eines Tages fuhren mit Korn beladene Schiffe in den Hafen ein.
Die Menschen freuten sich und wollten den Schiffern das Korn abkaufen.
Doch die Schiffer verkauften nichts: „Unser Dienstherr wird uns bestrafen, wenn wir nicht alles Korn zum Zielhafen bringen“, sagten sie.

Da ging Bischof Nikolaus zum Hafen: „Gebt den Menschen von eurem Korn. Gott selber wird eure Schiffe wieder füllen. Euer Dienstherr wird zufrieden sein.“
Die Schiffer waren skeptisch.
Aber sie sahen die hungrigen Menschen und gaben ihnen schließlich doch von ihrem Korn ab.
Bischof Nikolaus teilte alles gerecht auf, so dass alle nicht nur satt wurden, sondern auch die Felder neu bestellt werden konnten.

Die Schiffe kamen tatsächlich vollbeladen im Zielhafen an!

Bis heute haben die Menschen nicht vergessen, wie viel Liebe Bischof Nikolaus verschenkt hat und wie gut er zu den Menschen war. Jedes Jahr am 6. Dezember feiern sie deshalb den Nikolaustag!

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