Reisen mit Kindern

Reisen bedeutet ganz viel für mich. Abschalten vom Alltag, auftanken, durchatmen und genießen. Dabei Neues entdecken, nicht nur in der Welt, sondern auch an sich selbst. Reisen ist für mich die beste und schönste Art der Bildung

 

  1. Vielleicht magst du ein bisschen was zu Dir und Deiner Familie erzählen (wer gehört zu deiner Familie? Wie alt sind deine Familienmitglieder? Wie und wo wohnt ihr?)?

Wir, das sind mein Mann Sven, unsere beiden Töchter (2 und 7 Jahre) und meiner Einer Ulrike. Nach knapp drei Jahren in Montréal sind wir Ende Juli zurück nach Deutschland gekommen und wohnen nun wieder im wunderschönen Schleswig-Holstein.

 

  1. Warum gerade Kanada?

Wir waren für knapp 3 Jahre als Expats in Kanada, genauer in Montréal. Diese Zeit haben wir genutzt, um die Provinz Quebec und ihre Nachbarin Ontario zu erkunden. Die Nähe zur Grenze der USA, machte es leicht einfach mal ein Wochenende rüber zu fahren. Zentralamerika stand schon immer auf meiner Liste und ohne Zeitverschiebung war es noch viel einfacher. Tatsächlich standen Kanada und die USA gar nicht so weit oben auf meiner Reisewunschliste, bis wir umgezogen sind. Und jetzt? Jetzt kann ich es kaum erwarten zurück zu fliegen.

 

  1. Was bedeutet es für deine Familie?

Für meinen Mann bedeutet es ähnliche Dinge wie für mich. Unsere Reisebegeisterung hat uns von Anfang an verbunden. Die Große ist eine kleine Entdeckerin und fliegt genauso gerne wie ich, die Bedeutung dessen was wir ihr bieten, wird ihr wahrscheinlich erst bewusst, wenn sie größer ist. Unsere Minimaus, wird wohl einfach die gemeinsame Zeit genießen 🙂

 

  1. Gibt es einen Grund warum ihr euch für das Reisen mit euren Kindern entschieden habt?

Wir lieben Reisen! Kinder zu bekommen bringt von jeher schon viele Einschränkungen mit sich. Deswegen auf das Reisen zu verzichten, kam für uns nie in Frage. Wir haben unsere Reisen nur ein wenig angepasst. Da Reisen eine tolle Art der Bildung ist, wollen wir ihnen das auch nicht vorenthalten.

 

  1. Kritische Stimmen würden jetzt äußern, dass Kinder ein stabiles Umfeld bräuchten, einen strukturierten Tagesablauf- wie gehst du mit solchen Sätzen um?

Am tatsächlichen Umfeld ändert sich ja nichts. Die Basis ist das zu Hause, zu dem man zurückkehrt und die wichtigsten Bezugspersonen sind ja mit dabei. Wie bei jeder Veränderung muss man den Mumm haben sich darauf einzulassen und dann findet sich alles. Wer sagt denn das man auf Reisen auf Strukturen verzichten muss? Morgendliches gemeinsames Frühstück und Zu-Bett-Geh-Rituale kann man überall auf der Welt einhalten, wenn man das will und die Kinder es brauchen. Oft sind es tatsächlich die Erwachsenen, die mehr mit der veränderten Struktur zu kämpfen haben ;-).

 

  1. Habt ihr spezielle Vorkehrungen vor den Reisen getroffen?

Kaum. Vor jeder Reise informiert man sich über die örtlichen Gegebenheiten. Meine Devise ist: die Einheimischen leben dort auch, haben Kinder und wissen sich zu verpflegen. Klar geht man keine unkalkulierbaren Risiken ein, aber risikofrei lebt man auch nicht in Deutschland. Das einzige Mal, dass wir zusätzlich etwas getan haben war die Impfung für Nicaragua. Allerdings auch hier nur für die Große, da die Kleine noch zu jung war.

 

  1. Habt ihr eure Kinder speziell kranken- oder Unfallversichert?

Nein!

 

  1. Wie habt ihr eure Kinder auf die Reisen vorbereitet?

Bei den meisten Reisen, war die Kleine noch zu klein. Jetzt erzählen wir wo´s hingeht und mit welchem Verkehrsmittel, dann packt sie ihre wichtigsten Sachen und freut sich. Big J, wie ich sie online gerne nenne, darf dann mit uns im Reiseführer blättern oder das Internet durchforsten. Anhand von Bildern stellt sie Fragen und der Blick auf die Landkarte ist selbstverständlich.

 

  1. Habt ihr sie in die Planung involviert?

Jein. Wann und wie und wo bestimmen wir. Sobald es an die vor-Ort-Planung geht, ist sie aber mit im Boot. Es ist wichtig auf die Kinder einzugehen, aber auch, dass sie lernen, dass auch Dinge gemacht werden, die Mama und Papa toll finden. (In Panama waren wir daher auf einer Kakao und Kaffeefarm und in Quebec durfte sie zum Kristalle klopfen in eine alte Mine)

 

  1. Gab es Spielzeug, welches ihr für die Reise und den Aufenthalt mitgenommen habt? Gerade auf den Langstreckenflügen?

Das Beste an Langstreckenflügen – es gibt keine Einschränkung der Fernsehzeit :-). Da es bei uns normalerweise sehr wenig Fernsehen gibt, ist es ein Highlight und macht das Fliegen recht einfach. Ansonsten immer dabei sind: Malsachen, Bilder-/Vorlesebuch, das Lieblingskuscheltier und ein Kartenspiel. Je nach Destination, wird noch ein kleiner Ball für vor-Ort mitgenommen. Letztes Jahr kam dann noch ein Kinder-Magnet-Dart- Spiel dazu, welches man an jede Tür hängen kann. Gerade ändern sich, gerade bei Mini, die Interessenlagen, jetzt heißt es neu Ausloten.

Mein Tipp: passt das Spielzeug der Destination an.

Meiner Erfahrung nach, braucht man außer für Flug/die Fahrt nicht wirklich viel.

 

  1. Wie sah es überhaupt mit Gepäck aus? Wie genau habt ihr euch entschieden, was ihr mitnehmt und was zuhause bleibt?

Für Nicaragua und Panama waren es nur 2 Trekkingrucksäcke, ein kleiner Rucksack und ein Minirucksack für die Große und wir hatten sogar Windeln für 5 Wochen mit :-). Bei tropischen Temperaturen, braucht man nicht viel. Outdoorhandtücher nehmen kaum Platz weg und waschen kann man überall. Im Prinzip packt man ja nur für eine Woche. Beim Camping sieht das schon anders aus, da ist das Auto für 3 Tage genauso voll wie für 3 Wochen. Hier würde ich nie mehr auf mein Mückennetz verzichten wollen, welches man einfach über den Tisch stellt, um in der Dämmerung das Abendessen in Ruhe genießen zu können. Bei Winterreisen wird es auch etwas kniffliger. Hier zählt das Zwiebelprinzip, aber Skisachen nehmen nun mal Platz weg. Wir versuchen bei Flugreisen mit 2 Koffern auszukommen, damit jeder noch eine Hand für ein Kind frei hat.

 

  1. Wie seid ihr und die Kinder mit den Zeitumstellungen klargekommen?

Kinder stecken es in der Regel besser weg! Entweder sie bleiben 1-2h länger wach, machen ein kleines Mittagsschläfchen extra oder stehen ein paar Tage zeitig auf, aber mehr passiert in der Regel nicht. Ich persönlich finde den Wechsel von Nordamerika nach Europa einfacher als umgekehrt. Das Beste was man tun kann ist sich gleich an den Ortszeiten zu orientieren, das ist auch für den Biorhythmus besser.

 

  1. Andere Länder – andere Sitten – andere Ernährung?

Selbstverständlich! Das macht es ja so spannend. Das Beste ist, fast überall sind Kinder willkommener als in Deutschland, was eine Menge Druck und Stress rausnimmt. In Punkto Essen sollte man probierfreudig sein und keine Scheu vor neuen Geschmackserfahrungen haben.  Reis, Kartoffeln und frisches Obst gibt es überall, also ist das Überleben auf alle Fälle gesichert. Einzig bei Trinkwasser muss man gewappnet sein, dieses immer ausreichend (in Flaschen) mit zuführen. Wie schon erwähnt, die Einheimischen leben auch. Gerade in entlegenen Gebieten gilt für uns, nur dort zu essen wo viele Einheimische sind, dann ist die Chance auf Frische am Größten.

 

  1. Ihr reist sehr oft – fühlt ihr euch noch als Touristen oder sind die Länder für euch zur zweiten Heimat geworden?

In Quebec und auch in Teilen Spaniens fühle ich mich wie ein “local” Tourist, also einer der sein eigenes Land bereist. So geht es mir aber auch, wenn ich in Deutschland an Orte verreise, die ich vorher noch nicht kannte. Ansonsten sind wir eher “Individualtouristen”, aber immer doch Touristen.

 

  1. Wie war der erste Moment als Einheimische offen und mit Berührungen auf deine Kinder zu kamen?

Ich war darauf vorbereitet. Zum Glück war nie einer zu forsch oder hat eins meiner Mädels verschreckt. Kinder signalisieren genau wie weit man gehen kann und wer mit ihnen umgehen kann, der reagiert adäquat auf ihr Verhalten.

 

  1. Reist ihr nur mit Handgepäck?

Nein, dafür waren die Reisen bisher immer zu lang.

 

  1. Gibt es Gegenstände, die ihr auf jeder Reise mitnehmt?

Kamera, Handy, Schreibzeug, Kuscheltier, Schnuffeltücher und Fiebermittel (haben wir noch nie gebraucht)

 

  1. Habt ihr Proviant für die Reise mitgenommen?

Je nach Einreisebestimmungen variiert es ein wenig, aber Fruchtquetschis, Kekse und Smarties sind immer im Flieger dabei. Quetschis machen sich auch vor Ort gut. Frische Lebensmittel müssen ja spätestens im Flieger gegessen werden. Bei langen Autofahrten ohne Grenzübertritte gib es ganz klassisch Stullenpakete, Würstchen, Äpfel etc.

 

  1. Wo und wie habt ihr übernachtet?

Querbeet. In Kanada wurde im Sommer meistens gezeltet. In Nicaragua und Panama war alles vom Hostel, Pension, B&B bis hin zu City Hotel dabei. Im Frühjahr und Herbst darf es gerne eine Ferienwohnung sein. Wie du siehst sind wir da nicht eindeutig festgelegt. Wobei für längere Aufenthalte (mehr als 3 Nächte) Zelt und Ferienwohnung/Haus von uns bevorzugt werden.

 

  1. Wie habt ihr euch verständigt?

Da bin ich sehr eigen. Ich reise nirgends hin, wo ich nicht zumindest eine der gesprochenen Landessprachen spreche. Mit Englisch und Spanisch, kommen wir daher recht gut durch.

 

  1. Warum habt ihr euch für Reisen ins Ausland und nicht für Urlaub in Deutschland entschieden?

Wir sagen immer wir haben das Reisen im Blut. Ich liebe es Spanisch zu sprechen und zuhören. Die Welt zu entdecken gehört einfach zu mir bzw. zu uns.

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