Abtreibung

  1. Magst Du etwas zu deiner familiären Situation erzählen?

Ich lebe mit meinem Kind alleine.

 

  1. Wie verlief die Schwangerschaft mit deinem Kind?

Ich hatte eine sehr unschöne erste Schwangerschaft.
Er war meine große Liebe, aber er hat mich angelogen. Und ich hab es über Facebook rausgefunden. Er hat sich dann nicht mehr gemeldet. Gar nicht mehr.
Ich wurde sehr depressiv in dieser Schwangerschaft, weinte täglich, dachte daran mir das Leben zu nehmen.
Mir wurde auch anfangs schon zur Abtreibung geraten, was ich nie wollte.

 

  1. Wie fühltest Du Dich als Dein Baby das Licht der Welt erblickte?

Als das Baby da war, ging es mir halbwegs gut….

 

  1. Bist Du dann eine neue Beziehung eingegangen?

Ich war dann allein bis ich meinen jetzigen Partner kennenlernte.
Ich erzählte ihm meine negative Erfahrung ganz offen und er tat leider das gleiche wie mein Exfreund.
Er hat mich übel angelogen…
Es ging, wie auch früher schon um die Exfreundin.

 

  1. Und dann bist Du schwanger geworden?

Nun war ich aber sofort schwanger geworden. Es war ein Unfall.
Erst freute ich mich.

Doch dann kam dieses depressive wieder.
Alles genau wie damals.
Ich sah mich allein mit zwei Kindern, depressiv , ohne Lebensmut.
Jeden Morgen wachte ich auf und wollte nicht mehr und weinte.

 

  1. Wie bist Du mit den Kommentaren von anderen Menschen umgegangen?

Es gab nur eine Hand voll Personen, die davon wussten. Und gerade die, die mich nicht kannte, redete noch sehr negativ über mich.
Sie wussten nicht, dass ich evtl. nicht mehr fähig bin, mich um mein Kind zu kümmern.

 

  1. Du hast Dich dann für eine Abtreibung entschieden?

Die Abtreibung war der einzige Ausweg.

Als der Tag gekommen war, war ich erleichtert.
Auch hinterher.

 

  1. Wie ging es Dir danach?

Nach ein paar Tagen ging es mir dann nochmal sehr schlecht. Aber ich weiß, es ging nicht anders in meiner Situation. Ich war nicht fähig unter den Umständen ein Kind zu bekommen.

Ich hätte damals nie gedacht, dass ich das machen müsse. Aber ich habe keinen anderen Ausweg gesehen…

 

  1. Gab es jemanden mit du reden konntest?

Ich hatte eine Freundin, die stellte ihre Problemchen aber immer über meine. Auch bin ich nach außen auch stärker als ich eigentlich bin.
Es gab nicht wirklich jemanden.

Nein.

 

  1. Hattest du Unterstützung in Form von Familie, Freunden oder einer Beratungsstelle?

In der ersten SS hätte ich viel mehr gebraucht. Da war nur meine Hebamme für mich da und die war auch etwas überfordert mit der Situation, aber sehr hilfsbereit und lieb.

 

  1. Wie geht es dir heute mit der Entscheidung?

Heute gehts mir gut damit. Ich weiß, in dem Moment war es sehr, sehr schwer. Ich weiß noch wie verzweifelt ich war und dass ich so nicht mehr für mein Kind sorgen konnte.

 

  1. Was würdest du aus eigener Erfahrung anderen Frauen mitgeben, die sich in dieser Situation befinden?

Hilfe in Form einer Beratungsstelle suchen vielleicht.
Ich habe das nicht gemacht, aber es hätte evtl. geholfen.
Ich war in der ersten SS und auch in der zweiten in so einem Schockzustand und Gefühlschaos, dass ich nicht klar denken konnte.

Ich wüsste nicht wie man da einen klaren Kopf bewahrt.

Eine gute Freundin/Mutter etc. wäre wohl das Beste…

Jemand dem man vertrauen kann.

Nur viele haben so jemanden leider nicht.

 

Dieses Interview habe ich mit einer Mama geführt, die anonym bleiben möchte

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