Der Arbeitsplatz ist für viele Menschen mit ADHS der Ort, an dem der größte innere Widerspruch entsteht:
Kompetenz auf der einen Seite,
chronische Überforderung auf der anderen.
Die meisten Arbeitsziele zielen auf Output, Effizienz oder Selbstorganisation hin und ignorieren dabei die tatsächlichen neurobiologischen Voraussetzungen.
Jedoch beginnt genau hier das Problem.
Warum scheitern klassische Arbeitsziele?
Ziele wie „konzentrierter arbeiten“ oder „besser priorisieren“ setzen voraus, dass Aufmerksamkeit willentlich steuerbar ist.
Dieses ist jedoch bei ADHS nicht der Fall.
Ganz im Gegenteil sogar, denn die Aufmerksamkeit bei ADHS ist zustandsabhängig:
Stress, Reizüberflutung oder emotionale Belastung senken die exekutiven Funktionen massiv, womit das Ziel an der Arbeit mit der Realität kollidiert.
Und das täglich.
Das eigentliche Kernproblem ist der Beginn, nicht die Leistung
Für viele Menschen mit ADHS ist nicht die Arbeit selbst das Problem, sondern der Beginn.
Aufgaben zu starten, Übergänge zu gestalten.
Arbeitsziele müssen deshalb nicht produktiver machen, sondern den Einstieg erleichtern.
Ein Ziel, das den ersten Schritt reduziert, wirkt nachhaltiger als jedes Effizienzversprechen.
ADHS – freundliche Zielverschiebung
Ein tragfähiges Arbeitsziel sollte daher nicht „Ich erledige mehr“ lauten,
sondern:
- Ich beginne mit einer klar begrenzten Aufgabe.
- Ich erlaube mir, unstrukturiert anzufangen.
- Ich wechsle bewusst, bevor ich innerlich blockiere.
- Ich darf um Hilfe bitten.
Warum kann genau das funktionieren?
Diese Ziele greifen nicht in die Motivation ein, sondern in die Handlungsschwelle.
Sie akzeptieren Schwankungen und verhindern Selbstabwertung.
Die Arbeit als solche wird dadurch nicht einfacher, aber machbar.





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