Für viele Menschen ist ADHS gleichbedeutend mit „nicht stillsitzen können“ oder „unkonzentriert sein“.

Was sie jedoch nicht sehen, sind die eigentlichen, oft unsichtbaren Kämpfe, die im Inneren von Menschen mit ADHS toben:
zwischen dem, was sie wollen und dem, was gerade möglich ist,
zwischen Reiz und Regulation,
zwischen Wunsch nach Verbindung und Rückzug.

ADHS bedeutet nicht nur Reizoffenheit und Impulsivität, sondern auch ein ständiges inneres Tauziehen.
Manchmal zwischen Körper und Kopf.
Manchmal zwischen Gefühl und Funktion.
Und fast immer zwischen dem eigenen Anspruch und der Realität.

Dieser Beitrag zeigt 18 typische, innere Widersprüche, die viele Menschen mit ADHS Tag für Tag erleben.
Ehrlich, direkt und ohne Beschönigung.
Nicht, um Mitleid zu erzeugen.
Sondern, um Verständnis zu schaffen.
Denn das, was für andere wie Unentschlossenheit oder Übertreibung wirkt, ist für Betroffene oft:
Überlebensstrategie.

  1. Sich nach Nähe sehnen, jedoch Berührungen als schmerzhaft empfinden
  2. Ruhe zu wollen, Stille jedoch als Lautstärke nicht ertragen zu können
  3. pünktlich kommen zu wollen, aber noch schnell ne Kleinigkeit machen, weil man die Zeit total überschätzt
  4. ein Wort in einem Text nicht zu kennen, aufgrund der Dopaminsucht direkt zu googeln
  5. nicht warten können, stattdessen sich bis zum Schwitzen bewegen
  6. Sich auf einen Menschen freuen, aber kurz vor dem Treffen absagen, weil soziale Interaktion zu viel ist
  7. Unendlich müde sein, aber nicht ins Bett gehen können, weil der Kopf noch „an“ ist und das schon den ganzen Tag war
  8. Klar denken wollen, aber vom eigenen Gedankenchaos überrollt werden, weil alles gleichzeitig und bis ins letzte Detail bzw. nicht vollständig gedacht wird
  9. To-do-Listen schreiben, aber sich dann komplett blockiert fühlen, sie abzuarbeiten, weil die Auswahl überfordert
  10. Motiviert in den Tag starten, aber durch eine winzige Störung komplett aus der Bahn geworfen werden
  11. Jemandem wirklich zuhören wollen, aber währenddessen so viele Assoziationen im Kopf haben, dass man ständig unterbrechen muss
  12. Etwas auf keinen Fall vergessen wollen, und es genau deshalb vergessen, weil kein System mehr hilft, wenn der Dopaminzug fehlt
  13. Sich nach Ordnung sehnen, aber beim Versuch, aufzuräumen, alle Gegenstände anfassen, analysieren und sich in Erinnerungen verlieren
  14. Sich auf eine Aufgabe freuen, sie aber endlos aufschieben, bis der Druck so groß wird, dass man unter Tränen im Hyperfokus alles auf einmal erledigt
  15. Auf dem Sofa komplett überfordert liegen, obwohl noch „nichts passiert“ ist, weil das Nervensystem längst im Überlebensmodus ist
  16. Andere motivieren, Lösungen zu sehen, und sich gleichzeitig selbst wie ein absolutes Chaos fühlen
  17. Kreativ explodieren, aber dabei den halben Haushalt umkrempeln und danach nicht mehr wissen, wo man anfangen soll, um alles wieder in den Griff zu bekommen
  18. Lernen wollen, aber jedes Fenster am Bildschirm gleichzeitig öffnen, weil alles gleichzeitig spannend und dringend scheint

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Eine Antwort zu „ADHS – Wenn Kopf und Körper in entgegengesetzte Richtungen ziehen“

  1. […] – Betroffene kämpfen oft mit innerem und äußerem Chaos und gleichzeitig mit einem intensiven Bedürfnis nach […]

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