Kindergärten sind lebendige, fordernde und bedeutsame Orte. Wer dort arbeitet, weiß: Pädagogik ist Herzarbeit. Damit dieses Herz nicht ausbrennt, braucht es mehr als Teamgeist und Liebe zum Beruf.
Es braucht eine starke, klare und fürsorgliche Führung.
Eine Kitaleitung, die Rahmen gibt, schützt und stärkt.
Ich bin Erzieherin mit Leib und Seele. Ich beobachte viel, bin sensibel für Zwischentöne, detailgenau, strukturiert.
Und zutiefst gerechtigkeitsliebend.
Deshalb spüre ich sehr genau, was mich im Arbeitsalltag wachsen lässt.
Aber auch, was mich eingehen lässt.
Und genau diese Erfahrungen, die Teil der Blogparade „Cheferfahrungen“ sind, teile ich hier mit dir.
Was lässt mich aufblühen?
Ich blühe auf, wenn ich gesehen werde.
Nicht nur als Fachkraft, sondern als Mensch. Wenn meine Leitung nicht erwartet, dass ich „funktioniere“, sondern mir zuhört, wenn ich erschöpft bin.
Wenn meine Fähigkeiten erkannt und genutzt werden, statt dass ich mich verbiegen muss.
Wenn Fehler nicht beschämt, sondern als Lernchance genutzt werden.
Wenn ich weiß: Ich bin sicher.
Die Leitung steht hinter mir, besonders wenn es um heikle Themen wie Kinderschutz oder Überlastung geht.
Was lässt mich eingehen?
Ich gehe ein, wenn die Leitung wegschaut.
Wenn Übergriffe im Team verharmlost werden.
Wenn Kritik ignoriert wird.
Oder schlimmer: gegen mich verwendet wird.
Wenn ich spüre, dass Schutzkonzepte nur auf dem Papier existieren.
Und das nur, weil sie es müssen.
Ich gehe ein, wenn ich ständig über meine Grenzen gehen muss, weil Personalmangel und Stress „nun mal so sind“.
Und niemand für meine Gesundheit Verantwortung übernimmt.
Was jedoch nicht bedeutet, dass ich keine Selbstverantwortung übernehme.
Ich gehe ein, wenn Fürsorgepflicht zur Floskel wird.
Fürsorgepflicht und Kinderschutz: Die unverrückbare Grundlage
Eine gute Kitaleitung kennt nicht nur ihre gesetzlich verankerte Fürsorgepflicht, sondern nimmt sie auch wahr und ernst.
Sie schützt nicht nur Kinder, sondern auch ihr Team.
Und zwar aktiv.
Dieses bedeutet:
- Sie achtet auf körperliche wie psychische Belastungen der Mitarbeitenden.
- Sie handelt präventiv, nicht erst, wenn jemand zusammenbricht.
- Sie schafft Strukturen, in denen Pause, Austausch, Supervision und Reflexion möglich sind.
Nicht als Luxus, sondern als Pflichtprogramm.
Im Bereich Kinderschutz ist sie klar, mutig und informiert.
Sie duldet keine Grauzonen, keine Bagatellisierung.
Sie sorgt für Fortbildungen, etablierte Meldeketten und eine Atmosphäre, in der das Ansprechen von Auffälligkeiten selbstverständlich ist. Ohne Angst vor Konsequenzen haben zu müssen.
Kinderschutz beginnt nicht beim Verdacht.
Er beginnt bei der Haltung.
Was macht eine gute Kitaleitung aus?
Eine gute Kitaleitung:
- steht für Kinderschutz ein, nicht nur auf dem Papier, sondern im Alltag.
- lebt Fürsorge, nicht als Extra, sondern als Selbstverständlichkeit.
- führt klar, ehrlich und transparent, nicht durch Kontrolle.
- kann zuhören, Kritik annehmen und geben, ohne abzuwerten.
- sieht Stärken im Team. Nutzt diese, statt zu vergleichen.
- kennt die eigenen Schwächen. Hat keine Angst, sich Hilfe zu holen.
- handelt wertebasiert: fair, gerecht, inklusiv und respektvoll.
- zeigt echte Wertschätzung. In Worten, in Handlungen, im Blick.
Führung, die schützt, lässt wachsen
Wer eine Kita leitet, hat keine Machtposition, sondern eine Schutzfunktion.
Für Kinder wie für Erwachsene.
Eine gute Leitung bringt Menschen zum Blühen.
Eine schlechte bringt sie zum Schweigen, innerlich oder ganz.
Und genau das können wir uns, in einer Gesellschaft, die auf starke, achtsame Pädagog*innen angewiesen ist, nicht leisten!
Wir brauchen Leitungspersönlichkeiten, die Verantwortung tragen, ohne zu erdrücken.
Die führen, ohne zu dominieren.
Die schützen, ohne zu beschönigen.
Denn wenn wir als Team aufblühen dürfen, dann wachsen auch die Kinder!






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