Kennst du das Gefühl, dass deine Gedanken zu schnell, deine Emotionen zu laut und dein ganzes Sein irgendwie “zu viel” ist?
Lange Zeit war genau das meine Realität.
Doch je mehr ich darüber schreibe, desto klarer wird mir: es ist nicht zu viel.
Es ist genau richtig.
Schreiben ist für mich kein Hobby.
Es ist ein Werkzeug zur Selbstermächtigung, zur Sichtbarkeit und zur Aufklärung.
So, dass ich dich in diesem Beitrag, welcher ein Teil der Blogparade „Was ich schreibe – und warum?” von Inge Bateman ist, mit hinter die Kulissen meines Schreibens mitnehme.
Eine Stimme für Frauen mit ADHS
Ich schreibe für die, die sich ihr ganzes Leben lang gefragt haben: Was stimmt nicht mit mir?
Für die, die gelernt haben, sich anzupassen, kleinzumachen, zu funktionieren.
Oft auf Kosten ihrer eigenen Identität.
Ich schreibe für Frauen mit ADHS.
Für neurodivergente Menschen.
Für alle, die sich in gesellschaftlichen Normen fremd fühlen.
Nicht, weil sie nicht dazugehören, sondern weil die Norm viel zu eng ist für das, was wir mitbringen.
Warum schreibe ich?
Ich schreibe, weil ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man sein eigenes Erleben nicht in Worte fassen kann.
Wenn man keine Sprache hat für das innere Chaos, für die emotionale Tiefe, für die Reizoffenheit, die Ungeduld, die ständigen Selbstzweifel.
Ich schreibe, weil ich weiß, wie es ist, sich falsch zu fühlen!
Aber auch, wie heilsam es sein kann, sich in den Worten anderer wiederzuerkennen.
Ich schreibe, weil wir mehr Geschichten brauchen, die nicht perfekt sind, sondern ehrlich.
Was schreibe ich?
Ich schreibe über das Leben mit ADHS. Und, wie es sich für mich anfühlt. Nicht nur die Symptome, sondern das Innenleben. Die kleinen und großen Überforderungen. Die peinliche Scham.
Ich schreibe über gesellschaftliche Erwartungen, die an neurodivergente Frauen gestellt werden und wie diese krank machen.
Ich schreibe über das Funktionieren, das Schweigen, das Kämpfen. Und über das Aufwachen. Das Begreifen. Das Zurückholen von sich selbst.
Ich schreibe Geschichten. Reflexionen. Erfahrungsberichte. Ich schreibe so, dass andere sagen: “Genau so geht es mir auch“.
Für wen schreibe ich?
Ich schreibe für die, die gerade anfangen zu ahnen, dass sie anders ticken.
Für die, die sich vielleicht nie mit ADHS identifiziert haben.
Weil sie zu still, zu angepasst, zu funktional waren.
Ich schreibe für die, die im Chaos Struktur suchen und in genau dieser Struktur untergehen.
Ich schreibe für die, die in Gesprächen oft zu direkt sind, zu emotional reagieren, sich danach grübelnd im Kreis drehen.
Für die, die fühlen, dass sie mehr sind.
Aber nicht wissen, wie dieses “mehr” in eine Welt passt, die weniger fordert.
Was möchte ich bewirken:
Ich möchte entstigmatisieren.
Aufklären.
Verständnis und Verstehen schaffen.
Verbindungen stiften.
Ich möchte, dass wir über ADHS anders sprechen.
Nicht nur als “Störung”, sondern als neurobiologische Variante des Menschseins.
Ich möchte, dass wir neurodivergente Frauen nicht mehr nur diagnostizieren!
Sondern ernst nehmen, anerkennen, feiern.
Ich möchte einen Raum schaffen, in dem man nicht funktionieren muss, um dazugehören zu dürfen.
Und genau deshalb schreibe ich.
Weil es mich gibt.
Und weil es viele wie mich gibt.
Weil wir Geschichten brauchen, die nicht nur informieren, sondern berühren.
Weil jedes Wort, das echte Verbindung schafft, uns ein Stück näher zu uns selbst, ein Stück näher in Richtung Selbstannahme, bringt.
Ich schreibe, weil ich nicht mehr schweigen will.
Und weil ich weiß, dass Worte Brücken bauen können.
Zwischen uns selbst, und zwischen uns und der Welt.






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