Trennung vom Kindesvater

  1. Magst Du etwas zu Deiner familiären Situation erzählen (Familienmitglieder, Alter)?

Ich heiße Diana Glawe, bin 40 Jahre alt, bin Alleinerziehende, Berufstätige und Selbständige Mama eines gerade mal 3-jährigen Sohnes.

 

  1. Wie war Deine Situation bevor du dich getrennt hast?

Nicht schön und sehr belastend für mich und meinen Sohn. Lange hab ich schon während der Schwangerschaft gespürt, dass etwas nicht stimmt. Eine Frau spürt sowas…

 

  1. Magst Du über den Grund reden?

Leider hat sich noch während der Schwangerschaft eine andere Frau zwischen uns gedrängt.

 

  1. Wie ging es Dir vor der Trennung / während der Trennungsphase und jetzt?

Vor der Trennung, als ich das mit der anderen Frau noch nicht wusste, und das von der Schwangerschaft erfahren habe, war ich die glücklichste Frau auf diesem Planeten. Da ich erst mit 37 Jahren mein erstes Kind erwartete, war das einfach ein unglaubliches Glücksempfinden und ein Riesen Gottes-Geschenk. Endlich (scheinbar) den „Richtigen“ getroffen, ein Wunschkind unterwegs- es war alles perfekt- bis zu dem Tag, als ich dieses komische Gefühl hatte. Als Schwangere hat man nochmal sensiblere Antennen, als man sie eh schon hat! Danach war nichts mehr wie es vorher war- er hat sich von mir zurückgezogen und hat sich jetzt erst richtig auf die andere Frau eingelassen. Diese Seelenschmerzen kann ich bis heute nicht in allem Umfang in Worte fassen. Ich war kurz darauf 3 Wochen lang wegen einer tiefen Beinvenenthrombose im Krankenhaus – am Schmerztropf- mutterseelenallein. Der tiefste Punkt in meinem bisherigen Leben. Hab ans Aufgeben gedacht, brauchte einen Krankenhaus-Seelsorger. Der einstige Traummann entpuppte sich als Alptraum- leider bis heute. Aktuell will er mir das Kind per Gericht wegnehmen. Trotz allen Tiefen stehe ich heute stärker da denn je. Habe meine Mitte gefunden- die Krise als Chance erkannt und genutzt, mich abends, als mein Sohn im Bett lag, weitergebildet, Kurse gemacht, hunderte von Büchern gelesen. Heute helfe ich anderen Müttern, ihre Krise auch eine Chance zu verstehen- und das richtige Mindset zu bekommen, dass Sie endlich das in ihr Leben ziehen, was sie sich wirklich verdient haben und sich von Herzen wünschen, um dadurch auch nochmal beruflich neu durchzustarten. Denn oft fehlt es Alleinerziehenden und den Trennungskindern zu allem Seelenschmerz und Verzicht auch noch an finanziellen Mitteln. Das darf und muss nicht so sein

 

  1. Wie altwar Dein Sohn, als es zur endgültigen Trennung kam? Wie hat Dein Kind diese Zeit erlebt?

1,5 Jahre.

Er hat sehr darunter gelitten, zeigte sich Verhaltensauffällig, obwohl ich mit allen Mitteln versucht habe, Streit und Konflikte von ihm fern zu halten und ihm alle Liebe geschenkt habe, die ich ihm geben konnte. Kontinuität im Tagesablauf schafft Vertrauen und Sicherheit, gerade bei Trennungskindern, denn oft haben Trennungskinder große Angst, den betreuenden Elternteil (in der Regel die Mutter) auch noch zu „verlieren“. Heute sind mein Sohn und ich aber auf einem guten Weg.

 

  1. Hattest Du familiäre Unterstützung?

Nein. War und bin in allen Dingen auf mich allein gestellt gewesen- hatte aufgrund der Umstände nicht mal eine Hebamme- trotzdem habe ich alles geschafft! Dieses Bewusstsein hat mich „Selbst“-„Bewusst“ gemacht und das Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten gestärkt. Das hatte ich davor nicht. Heute weiß ich, dass ich mich 100% auf mich selbst verlassen kann und vor dem Spiegel sagen kann, ich hab dich lieb und du meisterst das wirklich gut.

 

  1. Als Du die Entscheidung, Dich zu trennen, getroffen hast, hattest Du vorher alles (Gespräch, Auszug, Gütertrennung) geplant?

Nur bedingt. Ich habe noch während der Schwangerschaft die beste Rechtschutz abgeschlossen. Das kann ich jedem nur raten. Die ist heute bares Gold wert.

 

  1. Was hat sich nach der Trennung für Dich verändert?

Alles. Es hat sich aber unterm Strich leichter angefühlt. Musste nicht mehr seine Heimlichkeiten, seine Tyranneien und Demütigungen ertragen. Wollte nur noch Frieden mit meinem Sohn- den hatten wir in den eigenen vier Wänden.

 

  1. Was hat sich nach der Trennung für Dein Kind verändert?

Der Vater fehlte- habe daher über Anwalt und Mediation immer eine Regelmäßigkeit eingefordert, die bis heute leider nicht zuverlässig funktioniert- ich weiß, widersprüchlich zu der Klage, die der Kindsvater heute einreicht- aber diese Widersprüchlichkeit spiegelt einen Charakterzug.

 

  1. Welche Regeln habt ihr als Eltern bzgl. eures Kindes aufgestellt?

Jedes Elternteil stellt in der Zeit, in der unser Sohn beim anderen Elternteil ist, seine eigenen Regeln auf. Solange ich unserem Sohn freudestrahlend und gesund wieder entgegennehme, mische ich mich nicht ein- das wäre im Moment nur noch mehr Öl ins Feuer gießen.

 

  1. Vermisst / Sehnst Du Dich nach etwas, was du in Deiner ehemaligen Beziehung hattest?

Nein- zu schlimm und grenzüberschreitend war die Zeit danach.

 

  1. Wie vereinbarst Du Dein Kind mit Deinem Job?

Gut- mein Sohn geht in den KiGa, verbringen aber die späten Nachmittage intensiv zusammen und abends, wenn mein Sohn schläft, „arbeite“ ich weiter- wobei ich das nicht als Arbeit empfinde, sondern als Erfüllung, Passion und Leidenschaft- als meine Identität zu meinem Selbst.

  1. Hast Du Zeit nur für Dich? Wenn ja, wie verbringst Du diese?

Ja, an den Wochenenden, an dem unser Sohn bei seinem Vater ist. Nutze die Zeit für mich, indem ich das tue, wonach mir gerade der Sinn steht. Es ist purer Luxus dies zu tun! Entweder „arbeite“ ich, entspanne, koche etwas Schönes, mache Weiterbildung in Form von lesen oder Vorträgen (weil das eine weitere große Leidenschaft von mir ist), oder genieße ein Kulturelles Programm- da ich in München wohne, sind die Möglichkeiten hier riesig.

 

  1. Welche Tipps würdest Du aus eigener Erfahrung Paaren mitgeben, die kurz vor der Entscheidung stehen bzw. die Entscheidung schon getroffen haben?

Hör auf deine innerliche Stimme, denn die kennt alleine den Weg! diese Stimme ist nicht zu verwechseln mit Ego oder Verstand! Darüber hinaus ist eine Mediation eine gute außergerichtliche Möglichkeit, Standpunkte/Wünsche/Ängste und Vorstellungen in Bezug auf ein gemeinsames Kind zu regeln. Anlaufstellen sind hier auch Verbände für Alleinerziehende Mütter und Väter, oder Begegnungsstätten für Alleinerziehende. Im Interesse vom Kind sollte man sein Ego hinten anstellen- so gut es eben in der emotionalen Phase eben geht. Wenn es hier aber zu keiner fairen Einigung für alle Beteiligten kommt, hilft es, alles gerichtlich bis ins kleinste Detail regeln zu lassen, um so Missverständnisse für die Zukunft zu minimieren. Oftmals kommt nur so endlich Ruhe rein.

 

Diana Glawe ist alleinerziehende Mutter eines 3-jährigen Sohnes. Ihre größte Lebenskrise wurde zu ihrer größten Chance, durch die sie ihre wahre Bestimmung und Berufung gefunden habe. Diana hilft Frauen mit Kindern nach einer gescheiterten Beziehung/Ehe wieder aus ihrem Schmerz zu kommen, um so ein glückliches und selbstbestimmtes Leben zu führen.

 

Website: www.mamabusinessvillage.de

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